Neuer 50-Euro-Schein : Die Deutschen sind immer noch ein Volk von Barzahlern

In Deutschland lacht das Bargeld noch? Eigentlich kann man schon mit Girocard, Kreditkarte oder auch per Smartphone bezahlen. Ein Kommentar.

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Uwe Schneider, Mitarbeiter der Bundesbank, präsentiert den neuen 50-Euro-Schein.
Uwe Schneider, Mitarbeiter der Bundesbank, präsentiert den neuen 50-Euro-Schein.Foto: imago/photo2000

Die Deutschen sind immer noch ein Volk von Barzahlern, obwohl das Begleichen der Rechnung per Girocard oder Kreditkarte mittlerweile ein Leichtes ist. Und auch das Zahlen per Smartphone mehr und mehr zum Standard wird. Jetzt macht es auch die Deutsche Bank für ihre Kunden möglich. Weil die Bundesbürger trotzdem mehrheitlich dem Motto „Nur Bares ist Wahres“ folgen ist der neue 50iger, den die Europäische Zentralbank (EZB) und damit auch die Bundesbank jetzt in Umlauf bringen von zentraler Bedeutung.

Es ist der meistgenutzte Schein in Deutschland, fast die Hälfte aller umlaufenden Euro-Banknoten entfällt auf den 50iger. Nicht weniger bedeutsam ist er in der gesamten Euro-Zone. Deshalb haben den braunen Schein auch Kriminelle im Visier, auch bei Fälschern ist er am beliebtesten. Die bieten 50iger-Blüten auch im Internet und im Darknet an. Und finden offenbar immer noch viele Abnehmer. Im vergangenen Jahr hatte der 50iger den größten Anteil an den von der Polizei beschlagnahmten Euro-Fälschungen. Jetzt wird er noch sicherer und Fälschern die Arbeit noch schwerer gemacht, versichert die Bundesbank.

Hologramm, schimmernde Zahlen, Sicherheitsfaden und Wasserzeichen, durch Kippen und gegen das Licht halten leicht zu erkennen, lassen den 50iger zu einem High-Tech-Schein werden. Das wird helfen. Wer aufmerksam ist wird Blüten so schnell erkennen. Und trotzdem werden Fälscher auch in Zukunft Erfolg haben. Schließlich sind längst schon Fälschungen des neuen, sichereren Fünfers, Zehners und Zwanzigers eingezogen worden. Und nach wie vor reibt man sich die Augen, wenn man hört, dass - wie 2016 geschehen -  an einer Ladenkasse sogar ein 300 Euro-Schein akzeptiert wurde. Oder ein Fünfhunderter aus Zimbabwe, auf den einfach das Euro-Zeichen und die Europa-Flagge aufgedruckt wurden. Bei so viel Naivität helfen auch die besten Sicherheitsmerkmale wenig.

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