Neuer Chef : Oswald Grübel will bei der UBS aufräumen

Jetzt soll es ein pensionierter Manager mit deutschen Wurzeln richten: Oswald J. Grübel (66) lenkt seit dieser Woche als neuer Konzernchef die Geschicke des schwer angeschlagenen Schweizer Finanzkonzerns UBS.

Jan Dirk Herbermann

GenfVor gut zwei Jahren war der kantige Grübel als Chef des UBS-Rivalen Crédit Suisse in Pension gegangen. Dort hatte er nach Milliardenverlusten den Turnaround gemeistert. Jetzt soll er das bei der UBS wiederholen. Im vergangenen Jahr erlitt die Bank einen gigantischen Verlust von knapp 20 Milliarden Schweizer Franken – wegen erheblicher Fehlspekulationen in der Finanzkrise.

Gleich an seinem ersten Arbeitstag am Donnerstag sprach Grübel Klartext. Auf die Bank kämen „erhebliche Kosteneinsparungen“ zu, ließ er seine Mitarbeiter per E-Mail wissen. Und er mahnte, auf der ganzen Welt „die geltenden Gesetze einzuhalten“. Die UBS hatte in den USA etlichen Kunden geholfen, Gelder am US-Fiskus vorbeizuschleusen.

Grübel gilt als rustikaler Chef, schroff, schnoddrig, hart. Sein Credo: Leistung, Leistung, Leistung. Während des Zweiten Weltkriegs in Ostdeutschland geboren, lernte das Waisenkind Oswald früh Entbehrungen kennen. Sein Ziel von da an: die Sonnenseite des Lebens. Nach Lehrjahren bei der Deutschen Bank folgten die Herrenjahre in London. Als Deputy Chairman war er bei den Investmentbankern von Crédit Suisse First Boston für den Handel verantwortlich.

Grübel, den Schopf immer hart in den Nacken gekämmt, hasst Bärte, weiße Socken, Sandalen und Small Talk. Dafür liebt er dicke Havannas, die Formel 1 und Qualität. „Wenn Sie in ein Restaurant gehen, einen guten Service und eine gute Qualität erhalten, streiten Sie nicht über den Preis“, sagt er. Dass er bei der UBS schnell für Qualität sorgen will, glauben viele. Ob allerdings die Kunden genauso schnell wiederkommen, ist nicht so sicher.

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