Neuer Job : Ex-Bahnchef Mehdorn wird Bank-Berater

Hartmut Mehdorn stellt sich als Senior-Berater in die Dienste von Morgan Stanley. Seinen neuen Arbeitgeber kennt er gut: Die Investmentbank war am gescheiterten Bahn-Börsengang im vergangenen Jahr beteiligt.

mehdorn_ddp
Die Bahn ist für Hartmut Mehdorn Vergangenheit. Zukunft soll er nun bei einer Investmentbank bewegen. -Foto: ddp

Hartmut Mehdorn geht unter die Banker: Der 67-Jährige heuert bei der Investmentbank Morgan Stanley an. Eine Sprecherin der US-Bank bestätigte das Mandat, ohne Einzelheiten zu nennen. Auch ein Datum für den Arbeitsbeginn nannte sie nicht.

Wie das Manager Magazin berichtet, soll der ehemalige Deutsche-Bahn-Chef als Senior-Berater agieren und das Geldinstitut vor allem bei Projekten in der Transportbranche in Asien und Amerika sowie bei Sanierungsfällen unterstützen. Mehdorn werde am deutschen Hauptsitz von Morgan Stanley in Frankfurt arbeiten und dafür seinen Wohnsitz Berlin verlassen.

Bereits seit Längerem standen die Bank und der Bahn-Chef in regem Kontakt: Bei dem gescheiterten Börsengang der Bahn, den der Manager über Jahre vorangetrieben hatte, war Morgan Stanley einer von vier "globalen Koordinatoren". Die Teilprivatisierung war dann allerdings im Herbst 2008 wegen der Finanzkrise geplatzt.

Für die Amerikaner ist Mehdorn in Deutschland der erste "Senior-Berater". Generell ist das Engagement nichts Ungewöhnliches. Investmentbanken schmücken sich häufig mit ehemaligen Politikern oder Managern.

Mehdorn war von 1999 bis 2009 Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn und hatte wegen der Datenaffäre zum 30. April seinen Posten für Nachfolger Rüdiger Grube räumen müssen. Dem bundeseigenen Logistikkonzern wird vorgeworfen, Mitarbeiterdaten massenhaft überwacht zu haben. Im Falle Mehdorns war der politische Druck am Ende zu groß.

Bereits im Juli hatte der in der Wirtschaft von vielen noch immer hoch geschätzte Manager ("Angst vor Langeweile habe ich nicht.") eine erste neue Aufgabe gefunden: Er übernahm einen Posten im Aufsichtsrat der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Air Berlin. Deren Chef Joachim Hunold hatte die Berufung damals begründet mit der "reichhaltigen Erfahrung einer der bekanntesten Führungskräfte Deutschlands".

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, Reuters

0 Kommentare

Neuester Kommentar