Wirtschaft : Neuer Markt: "Das Gröbste haben wir hinter uns" - Michael Fraikin im Interview

Herr Fraikin[wird am Neuen Markt immer noch Luft]

Michael Fraikin managt bei der Investmentgesellschaft Invesco den Neue-Märkte-Fonds. Er betreut 1,5 Milliarden Mark.

Herr Fraikin, wird am Neuen Markt immer noch Luft aus der spekulativen Blase abgelassen, oder ist jetzt Panik ausgebrochen?

Anzeichen von allgemeiner Panik können wir nicht feststellen. Dazu müsste Kapital in großem Umfang an die Fonds zurückfließen. Das ist aber nicht der Fall. Außerdem werden zurzeit nur relativ wenige Aktien gehandelt, die Umsätze sind gering.

Müssen die Anleger nervös werden?

Zum nervös werden ist es zu spät. Wer sich kurzfristig engagiert, hätte schon im März aussteigen müssen, als der Markt auf seinem Höhepunkt war. Langfristig investierenden Anlegern können die aktuellen Kursschwankungen ohnehin egal sein.

Ist der Kurseinbruch hausgemacht oder liegt es am internationalen Umfeld?

Der deutsche Markt kann sich nicht vom internationlen Geschehen abkoppeln. Aber ich sehe bei einigen Werten interne Ursachen, etwa bei T-Online oder EM-TV. Bei den Logistik-Aktien werden Übertreibungen korrigiert, auch Internet-, Telekom- und Finanzwerte werden weiter Probleme haben.

Wie geht es insgesamt weiter am Neuen Markt?

Wir setzen langfristig weiter auf Technologiewerte, auch wenn es kurzfristig noch weiter nach unten gehen kann.

Heißt das, es sind weitere Hiobsbotschaften von den Technologie-Konzernen in den USA zu erwarten?

Die US-Analysten haben nach den Gewinnwarnungen einiger Hersteller ihre Erwartungen schon nach unten geschraubt. Das Gröbste dürften wir hinter uns haben.

Also jetzt am Neuen Markt einsteigen?

Ja. Wer heute kauft, kann bis zum Jahresende mit einem Gewinn von gut 30 Prozent beim Nemax-50 und beim breiter gefassten Nemax-All-Share rechnen.

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