Wirtschaft : Neuer-Markt-Fonds: Rosige Rendite - Mischfonds holen auf

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Wer sein Geld in Fonds anlegen will, muss die Spreu vom Weizen zu trennen wissen. Das gilt bekanntlich nicht allein für die Fondsgesellschaft - auch der Anlageschwerpunkt ist entscheidend für die Rendite. Im ersten Halbjahr 2000 schnitten Neuer-Markt-Fonds am besten ab, wie die Statistik des Bundesverbandes Deutscher Investment-Gesellschaften in Frankfurt (Main) zeigt: Trotz aller Turbulenzen in jüngster Zeit erzielten sie einen Wertzuwachs von durchschnittlich 28 Prozent für den Schwerpunkt Europa und 19,3 Prozent für die Anlage in internationalen Werten. Damit war die Investition in kleine und mittlere Medien- und Technikunternehmen deutlich ertragreicher als Investitionen mit anderem Fokus. Zum Vergleich: Das europäische Kursbarometer DJ Stoxx büßte im selben Zeitraum ein knappes halbes Prozent ein, der Deutsche Aktienindex (Dax) trotz des Allzeithochs Anfang März sogar fast ein Prozent.

Mit einigem Abstand auf die Gesellschaften, die am Neuen Markt anlegen, folgen Fonds mit Anlageschwerpunkt Deutschland. Trotz der Seitwärtsbewegungen des Dax im ersten Halbjahr mehrten sie das Geld ihrer Investoren im Schnitt um 4,8 Prozent. Wer sich für einen Aktienfonds mit internationalem Anlageraum entschied, konnte eine durchschnittliche Rendite von 3,9 Prozent einstreichen.

Anleger, die eher auf Sicherheit setzten, standen am Ende des ersten Halbjahres auch nicht schlecht da. Die steigenden Zinsen spiegelten sich einer steigenden Umlaufrendite, also dem Durchschnittsertrag öffentlicher Anleihen, wider: sie kletterte von 5,21 auf 5,46 Prozent. Rentenfonds mit Anlageschwerpunkt Euro-raum verzeichneten ein Plus von 1,2 Prozent. International ausgerichtete Fonds, denen Währungsgewinne und das höhere ausländische Zinsniveau zu Gute kamen, legten seit Jahresbeginn um 4,2 Prozent zu.

Beachtlich schnitten auch solche Fondsgesellschaften ab, die die Gewinnchancen von Aktien mit denen wertstabilerer Renten kombinieren. Mischfonds kamen auf ein Plus von 2,8 Prozent im ersten Halbjahr 2000. Spitzenreiter waren hier die vor anderthalb Jahren eingeführten Altersvorsorge-Sondervermögen (AS-Fonds), die einen Zuwachs von 7,2 Prozent verzeichneten. Euro-Geldmarktfonds bewegten sich zwischen 1,56 und 2,72 Prozent.

Als solide Verwendung für das Investorenkapital erwiesen sich auch offene Immobilienfonds. Sie kamen - allerdings im Zeitraum von zwölf Monaten - mit der Anlage vorwiegend in gewerblich genutzten Immobilien auf einen Gewinn von im Schnitt 3,7 Prozent.

Wer etwa 20 Jahre warten kann, hat der BVI-Untersuchung zufolge bei Aktienfonds fast eine "Garantie" auf zweistellige Wertzuwächse. Alle Aktienfonds mit deutschem oder europäischem Anlageschwerpunkt erzielten über zwei Dekaden hinweg eine solche Rendite.

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