Neuer Messenger-Dienst Wire : Konkurrenz für WhatsApp aus Berlin

Die Übermacht von Facebook-Messenger und WhatsApp ist riesig. Neu gestartete Konkurrenten wie SimsMe tun sich schwer. Nun soll es eine App - entwickelt in Berlin - mit den Marktführern aufnehmen.

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Eine für alle. Die App soll sowohl auf mobilen Geräten als auch auf Desktop-Computern funktionieren.
Eine für alle. Die App soll sowohl auf mobilen Geräten als auch auf Desktop-Computern funktionieren.Foto: dpa/promo

Der Vorsprung ist gewaltig. 500 Millionen Menschen nutzen den Facebook-Messenger, gar 600 Millionen den ebenfalls zum Konzern gehörenden Nachrichtendienst WhatsApp. Aber: „Im Markt ist immer Platz für etwas, das besser ist oder Probleme löst“, sagt Jonathan Christensen, Chef und Mitgründer von Wire. Sein Team aus 50 Mitarbeitern arbeitet im schweizerischen Zug und in Berlin an der neuen Messenger-App. Einer der Geldgeber ist Janus Friis, Mitgründer des Nachrichtendienstes Skype. Technik-Chef Alan Duric kennt sich mit Internet-Telefonie aus.

Etwas, das besser ist – damit meint Christensen zum einen die Funktionalität: Neben Textnachrichten und Anrufen solle Wire auch das Teilen von Musik, Fotos und Videos ermöglichen. Zum anderen geht es bei den Kommunikationsdiensten auch immer um Datensicherheit. Hier will Wire mit seiner Herkunft Europa und den dort geltenden Datenschutzstandards punkten.

Sicherheit als Erfolgsgarant

Bei Sprache setzt Wire die sogenannte Ende-zu- Ende-Verschlüsselung ein, bei der das Signal auf dem ganzen Weg geschützt ist. Bei Bildern und Videos ist die Kommunikation zwischen Gerät und Servern verschlüsselt. Es können Videos von Youtube sowie Musik von dem Berliner Streaming-Anbieter Soundcloud geteilt werden.

Neben Versionen für iPhones und iPads gibt es auch eine für Android-Geräte. Und auch jenseits von mobilen Geräten, zum Beispiel auf Mac, soll der Messenger funktionieren.

Gründer setzen auf Durchhaltevermögen

Vom hart umkämpften Markt zeigen sich die Macher der App unbeeindruckt. Entwickler und Investoren hätten einen langen Atem und wollten auch ohne schnellen Erfolg weitermachen, versicherte Christensen.

Nach der Übernahme von WhatsApp durch Facebook Anfang des Jahres hatte es eine vorübergehende Abwanderungswelle zu besser verschlüsselten Diensten wie Threema gegeben. Mitte des Jahres startete auch die Deutsche Post mit SimsMe einen eigenen Dienst. Die Erfolge sind bislang bescheiden und das Wachstum der Marktführer aus den USA trotz Sicherheitsbedenken ungebrochen. (mit dpa)

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