Wirtschaft : Neuer Tarifvertrag wertet Facharbeiter auf

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(alf). In BadenWürttemberg ist am Dienstag nach mehrjährigen Verhandlungen ein neuer „Entgeltrahmen-Tarifvertrag“ (ERA) abgeschlossen worden. Davon sind rund 530000 Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie betroffen. Der zuständige Arbeitgeberverband lobte das Verhandlungsergebnis als „grundlegende Reform des Flächentarifs“. Der Stuttgarter Bezirksleiter der IG Metall, Berthold Huber, sprach von einem „Meilenstein in der Tarifgeschichte der IG Metall“. Mit ERA wird die unterschiedliche Bezahlung von Arbeitern und Angestellten für gleichwertige Tätigkeiten schrittweise abgeschafft. „Damit haben wir qualifizierte Facharbeit deutlich aufgewertet und somit Facharbeiterberufe attraktiver gemacht“, sagte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Jan Stefan Roll. Ähnlich äußerte sich Huber. Seinen Angaben nach erhöht ERA „das Grundentgelt für gewerbliche Facharbeit im Einstieg um ca. 250 Euro“.

Nach dem Bezirk Küste ist Baden-Württemberg das zweite Tarifgebiet, in dem ein Entgeltrahmen-Tarifvertrag abgeschlossen wurde. Die Stuttgarter Arbeitgeber wiesen darauf hin, dass die schrittweise Anhebung der Arbeiterentgelte auf Angestelltenniveau kostenneutral erfolgen werde, weil ein Teil der künftigen Tariferhöhungen dafür verwendet wird. Die Betriebe erhielten ferner ausreichend Zeit für die Umsetzung von ERA. Auf eine zeitlich noch nicht festgelegte Vorbereitungsphase folge eine dreijährige Einführungsphase, nach deren Ende das neue Entgeltsystem eingeführt sein muss.

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