Wirtschaft : Neuer Teilnehmer bei Notrufnummer

Berlin - „Was kann ich für Sie sperren?“, fragt der Mann am anderen Ende der Leitung. Zu erreichen sind er und seine Kollegen im Callcenter unter 116 116. Hinter dieser Telefonnummer steckt eine simple Idee: Alle Karten mit sensiblen Daten, die Verbraucher heutzutage mit sich tragen, sollen hier kostenlos und mit einem einzigen Anruf gesperrt werden – und etwas die Verzweiflung nach dem Verlust lindern. Zwei Jahre nach dem Start können schon fast alle Deutschen dort ihre EC-Karte und ihre Kreditkarte sperren lassen. Seit wenigen Tagen hat nun erstmals auch ein Handyanbieter die zentrale Sperrnummer. Doch immer noch wehren sich einige Banken und die übrigen Mobilfunkanbieter gegen die leicht zu merkende Notrufnummer.

Wer die 116 116 anruft, für den sperren die Callcenter-Mitarbeiter die Karte teils direkt – so bei Volks- oder Raiffeisenbanken. Teils wird der Anruf an die jeweilige Sperrstelle der Bank weitervermittelt. Wer mehrere Karten sperren will, wird durchgehend von einem Mitarbeiter betreut. Die Karten-Notrufnummer ist ein europäisches Projekt. Deutschland erhielt die Rolle der Vorreiternation. Von der Bundesnetzagentur wurde die Nummer an den Verein Sperr e.V. vergeben. Dessen Chef Michael Denck ist in Kooperation mit dem Sperrnotrufbetreiber Servodata für das Projekt verantwortlich.

Nun wurde mit der neuen Telekom-Handymarke Congstar erstmals ein Mobilfunker für den Sperrruf gewonnen. In Zukunft könnten nach der Vision der Bundesnetzagentur auch Tankkarten, Kundenkarten oder die geplante Gesundheitskarte über die zentrale Notrufnummer gesperrt werden. „Neben den Bankkarten sind Handys aber die Klassiker beim Verlieren“, sagt Denck.

Mit nur einer Ausnahme machen alle Banken und Kreditkarteninstitute mit. Nur die Postbank sperrt sich. Der sei ein Mitmachen schlicht zu teuer, sagt Denck. Postbank-Sprecherin Uta Schaller spricht von einer „geschäftspolitischen Entscheidung“. Und fügt hinzu: „Wir werden uns auf absehbare Zeit nicht an der Sperrnummer beteiligen.“ AFP

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