Neuer Vorwurf gegen ADAC : Pannenhelfer erhalten Bonus für bestimmte Autobatterien

Anscheinend erhalten ADAC-Pannenhelfer Prämien, wenn sie eigens für den Autoclub gefertigte Batterien verkaufen.

In 165.000 Fällen, also bei fast jedem vierten Autofahrer, habe der ADAC nach eigenen Angaben neue Batterien verkauft.
In 165.000 Fällen, also bei fast jedem vierten Autofahrer, habe der ADAC nach eigenen Angaben neue Batterien verkauft.Foto: dpa

Neuer Vorwurf gegen den ADAC: Nach Recherchen der „Süddeutschen Zeitung“ und des NDR-Magazins Panorama drängt der Autoclub seine Pannenhelfer, eigens für den ADAC von der Firma Varta gefertigte Auto-Batterien zu verkaufen. Dafür gebe es eine Prämie.

Ein ehemaliger Straßenwachtfahrer, der zehn Jahre als „Gelber Engel“ fuhr, behauptet den Angaben zufolge: „Autofahrern werden Batterien aufgeschwatzt, die sie nicht brauchen, oder die sie bei einem regulären Einkauf weit günstiger bekommen könnten.“ Der ADAC wies diesen Vorwurf am Freitag zurück.

ADAC macht Druck, möglichst viele Batterien zu verkaufen

Vor dem Tausch einer Batterie werde diese mit einem Batterietester geprüft, betonte der Autoclub. Mit Stichproben werde bei ausgetauschten Batterien geprüft, ob sie tatsächlich defekt sind.
Damit werde die Qualität des Batterieaustausches gesichert. Der ADAC bestätigte unterdessen, dass er den Mitarbeiter seiner Straßenwacht eine Leistungsprämie „im mittleren einstelligen Prozentbereich“ vom Gesamtgehalt zahle - dabei werde auch der Austausch von defekten oder leeren Batterien berücksichtigt.

Den Recherchen der beiden Medien zufolge berichteten Pannenhelfer, die nicht namentlich genannt werden wollten, von Druck im ADAC, möglichst viele Batterien zu verkaufen. Laut Pannenstatistik gab es demnach im Jahr 2012 insgesamt 685 751 Fälle, in denen Autos wegen Batterie-Problemen liegenblieben. In 165 000 Fällen, also bei fast jedem vierten Autofahrer, habe der ADAC nach eigenen Angaben neue Batterien verkauft. Die dabei erzielten Umsätze und Gewinne nenne der Autoclub jedoch nicht.

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