Neues Bündnis für Azubis : Wirtschaft will 20 000 Lehrlinge mehr ausbilden

Mit einer neuen Allianz für Aus- und Weiterbildung soll mehr Jugendlichen zu einem erfolgreichen Start ins Berufsleben verholfen werden. Die Ausbildung in Betrieben soll mit Blick auf den Fachkräftemangel Vorrang haben.

Mit mehr Ausbildungs- und Praktikumsplätzen sowie einer begleiteten Ausbildung will ein breites Bündnis aus Bund und Ländern, Wirtschaft und Gewerkschaften mehr Jugendlichen zu einem erfolgreichen Start ins Berufsleben verhelfen. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD), DGB-Chef Reiner Hoffmann, DIHK-Präsident Eric Schweitzer sowie die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Sylvia Löhrmann, besiegelten am Freitag in Berlin eine neue Allianz für Aus- und Weiterbildung. Die Ausbildung in Betrieben soll mit Blick auf den Fachkräftemangel Vorrang haben.

Im Ausbildungsjahr 2015/16 will die Wirtschaft 20 000 zusätzliche Ausbildungsplätze im Vergleich zum Jahr 2014 anbieten. Außerdem will sie jährlich 500 000 Praktikumsplätze zur Berufsorientierung zur Verfügung stellen. Jedem vermittlungsbereiten Jugendlichen, der bis zum Beginn des Ausbildungsjahres im Herbst noch keinen Platz gefunden hat, will sie drei Angebote für eine Ausbildung machen. Außerdem soll es künftig eine sogenannte assistierte Ausbildung geben, wofür das Bundesarbeitsministerium die gesetzlichen Grundlagen auf den Weg bringen will.

Lage der Jugendlichen soll verbesser werden

DGB-Chef Hoffmann sagte, „mit einem starken Beitrag der Wirtschaft und einem Impuls für die assistierte Ausbildung“ könnten entscheidende Weichen gestellt werden, um die Lage der Jugendlichen auf dem Ausbildungsmarkt zu verbessern. Weil zu viele Jugendliche sich durch diesen Dschungel kämpfen müssten, liege das Durchschnittsalter der Jugendlichen bei Ausbildungsbeginn in Deutschland bei fast 20 Jahren, monierte der Arbeitnehmervertreter.

Die Länder wollten allen Jugendlichen nach der Schule eine berufliche Perspektive bieten, betonte die KMK-Präsidentin Löhrmann. Dies betreffe vor allem „Jugendliche mit Unterstützungsbedarf, mit Migrationshintergrund oder mit Behinderungen“. (AFP)

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