Neues Datenleck : Google kopiert Passwörter für W-Lan-Netze

Während sich große US-Internetkonzerne um Schadensbegrenzung beim Umgang mit der NSA-Überwachung bemühen, gibt es bei Google neuen Ärger. Ein US-Bürgerrechtler erhebt schwere Vorwürfe.

Ein US-Bürgerrechtler ist mit Googles Umgang mit Kundendaten gar nicht einverstanden.
Ein US-Bürgerrechtler ist mit Googles Umgang mit Kundendaten gar nicht einverstanden.Foto: dpa

„Der Dienst kopiert die W-Lan-Passwörter standardmäßig unverschlüsselt auf Google-Server“, hat „Spiegel-Online“ herausgefunden. Betroffen sind demnach „alle Netzwerke, mit denen das jeweilige Android- Smartphone oder Tablet je verbunden war“. Das Nachrichtenportal beruft sich dabei auf den Chefentwickler der US-Bürgerrechtsorganisation EFF, Micah Lee. Ihm zufolge „könnten Regierungsstellen die Daten abfragen“ und sich auf diese Weise die Passwörter besorgen. Google habe bislang keine Stellung zu dem Vorgang bezogen.

Microsoft wehrte sich unterdessen gegen den Eindruck, der Software-Konzern sei bei der Internetspionage ein williger Helfer der US-Geheimdienste. Dazu will das Unternehmen mehr Informationen zu den Abfragen des US-Überwachungsprogramm Prism herausgeben. Das ist bislang aber verboten. Microsoft- Chefjustiziar Brad Smith erklärte am Dienstag, er habe Justizminister Eric Holder gebeten, persönlich auf die Freigabe zu dringen. „Wir sind der Überzeugung, dass die US-Verfassung uns die Freiheit garantiert, mehr Informationen mit der Öffentlichkeit zu teilen. Doch die Regierung hält uns zurück.“

Microsoft bemüht sich mit Google, Facebook und Yahoo darum, Anzahl und Umfang der Abfragen zur „nationalen Sicherheit“ nennen zu dürfen. Die Firmen fürchten um einen Vertrauensverlust bei den Nutzern. Die staatlichen Stellen, so lautet der Microsoft-Vorwurf, reagierten aber nur schleppend. „Wir hoffen, der Justizminister kann eingreifen, um dies zu ändern.“

Jüngst hatte die britische Zeitung „Guardian“ über eine enge Zusammenarbeit zwischen dem US-Geheimdienst NSA und Microsoft geschrieben. Der Bericht habe „gravierende Ungenauigkeiten“ enthalten, erklärte Smith. Er versicherte erneut, dass Microsoft keiner Regierung einen direkten Zugriff auf seinen E-Mail-Dienst Outlook gewähre. Auch habe Microsoft keiner Regierung ermöglicht, die Verschlüsselung zu knacken. Tsp/dpa

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