Wirtschaft : Neues Führungsteam soll Thomas Cook sanieren

Wolfgang Beeser will den Reisekonzern gemeinsam mit zwei Lufthansa-Managern aus den roten Zahlen holen

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Düsseldorf (ebe/HB). Mit einem Umbau der Vorstandsebene reagieren die Gesellschafter Lufthansa und KarstadtQuelle auf die ausgewachsene Krise bei Europas zweitgrößtem Reisekonzern Thomas Cook. Gemeinsam mit zwei Lufthansa-Managern soll der erfahrene Touristik-Manager Wolfgang Beeser (61) das Unternehmen als neuer Vorstandschef wieder auf Kurs bringen. Beeser war bis 1999 Vorstandsmitglied des Thomas-Cook-Vorgängers C&N Touristik. Neben ihm besetzen Ralf Teckentrup (46) als neuer Airline-Vorstand sowie Heinz-Ludger Heuberg (45) als Finanzchef die neuen Schlüsselpositionen beim Reisekonzern. Teckentrup leitet bisher den Bereichsvorstand Lufthansa Passage, Heuberg ist Finanzvorstand der Fracht-Tochter Lufthansa Cargo.

Das frühere Management hatte den Reisekonzern durch eine europaweite Expansion mit 32 Reiseveranstaltern und rund 28000 Mitarbeitern tief in die roten Zahlen getrieben. Nach Angaben von Lufthansa-Finanzchef Karl-Ludwig Kley wird der Nettoverlust für das Geschäftsjahr 2002/2003 (31.10.) zwischen 250 und 300 Millionen Euro liegen. Ein Großteil der Verluste geht auf das Konto der Ferienfluglinie Condor, die wegen ihrer Anbindung an den Lufthansa-Konzerntarif branchenweit am teuersten produziert.

Die Thomas Cook-Manager sind in einer Sackgasse gelandet, weil sie mit den Großraumflugzeugen vom Typ Boeing 757 kaum auf die geringere Passagiernachfrage in der Krise reagieren können. Während Gesellschaften wie Air Berlin oder Germanwings mit ihren 150-Sitzern und günstigen Ticketpreisen erfolgreich den Ferienflugmarkt angreifen, wird Thomas Cook im Sommer 13 Flugzeuge aus dem Verkehr ziehen.

Damit stehen die Sanierungsarbeiten allerdings erst am Beginn: Bei Thomas Cook seien vor allem in der zweiten Führungsebene noch harte Schnitte notwendig, um das Unternehmen schlanker aufzustellen, heißt es in Unternehmenskreisen. Zudem wird in der Branche spekuliert, ob die Flugtochter Condor künftig auch im Billigflieger-Geschäft aktiv wird und die Charterflugveranstalter des Konzerns künftig auch auf externe Fluggesellschaften zugreifen dürfen.

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