Wirtschaft : Neues Rasiersystem für weniger Züge

CATRIN BIALEK

BERLIN .Mit lautem Knall durchbricht das Flugzeug die Schallmauer.Schnitt.Ein junger Mann fährt sich mit einem Naßrasierer schwungvoll über das Kinn.Die Verbindung von Überschallgewindigkeit und Rasierern in dem neuen TV-Spot von Gillette ist gewollt, schließlich geht es um die neue Generation der Naßrasierer: Mach3 - Mach als Maßeinheit für Schallgeschwindigkeit.Nach dem Doppelklingen-Rasierer, der 1971 von Gillette eingeführt wurde, kommt nun das neue Rasiersystem mit drei Klingen.

"Ich fiebere schon richtig der nächsten Rasur entgegen", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen, nachdem das neue Produkt von Brian Nohe, Geschäftsführer von Gillette Zentraleuropa, vorgestellt wurde.Nohe hatte auf den bisher ungelösten Konflikt zwischen gründlicher Rasur und dabei entstehenden Hautirritationen hingewiesen.Dieser Konflikt sei mit Mach3 gelöst, denn nun könne man sich mit weniger Zügen rasieren.35 Produktmerkmale und technische Prozesse des Drei-Klingen-Systems wurden zum Patent angemeldet.Der neue Rasierer verfügt über besonders dünne Klingen, einem hautnahem Schwingkopf, offener Klingenaufhängung und einem ergonomischen Griff.Die Entwicklung von Mach3 kostete umgerechnet 1,2 Mrd.DM.

Eberhard Diepgen und Diethard Grospitsch, Geschäftsführer von Gillette Deutschland, warfen gemeinsam mit einem Hebelzug die Maschine an, die künftig die neuen Rasierer produzieren wird.In dem Berliner Werk wird Mach3 für den europäischen Markt hergestellt, die Kapazität soll bis 2001 auf jährlich 600 Mill.Mach3-Klingen ausgebaut werden.Die Gesamtinvestitionen für den Berliner Standort belaufen sich auf rund 524 Mill.DM.Neben dem neuen Rasiersystem werden in Berlin auch weiterhin rund 720 Mill.Sensor-Klingen gefertigt.Berlin ist der größte Produktionsstandort des Unternehmens in Europa.

Für die neue Produktreihe werden etwa 200 Mitarbeiter benötigt, viele von ihnen werden jedoch aus anderen Geschäftsbereichen abgezogen, nur wenige werden neu eingestellt.Bis zum Jahr 2001 rechnet Grospitsch allerdings mit einem Anstieg der Mitarbeiterzahl um 8,5 Prozent - derzeit sind 1040 Mitarbeiter bei Gillette beschäftigt.Vor allem der Bedarf an Facharbeitern werde wachsen, kündigte Grospitsch an.Angelernte Arbeitnehmer hingegen würden weniger als zuvor benötigt werden.

Zehn Jahre lang haben die Forscher und Entwickler von Gillette an den neuen Rasierklingen von Mach3 gearbeitet.Diese Anstrengung wird nun mit einer großangelegten Werbekampagne belohnt: In der zweiten Hälfte 1998 gibt Gillette allein in Deutschland mehr als sechs Mill.DM für Werbung aus, um das neue Produkt in den Markt einzuführen.1999 beträgt der Werbeetat rund zwölf Mill.DM.Gillette will auch in den folgenden Jahren diese Etathöhe ausgeben, und zwar solange, bis Mach3 sich als Rasiersystem Nummer eins durchgesetzt hat.

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