Wirtschaft : Neues Versicherungsmodell vorgestellt

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Die private Krankenversicherung soll vom Luxus- zum Allgemeingut werden. So will es jedenfalls die Deutsche Krankenversicherung AG (DKV), ein Unternehmen der zur Münchener Rück gehörenden Ergo-Gruppe. So wie die Lebensversicherung mittlerweile flächendeckend die gesetzliche Rente aufbessert, soll die private Krankenpolice nach Plänen der DKV den gesetzlichen Schutz verbessern, hieß es auf der Pressekonferenz am Dienstag in Köln.

Jüngster Vorstoß in diese Richtung ist eine neue Pflegeversicherung. Neu daran ist, dass der Beitrag nicht, wie sonst üblich, monatlich oder jährlich erhoben wird. Vielmehr soll der Kunde hier auf einen Schlag eine größere Summe (bis zu 30 000 Mark) in ein Depot einzahlen. Dieses wird dann von der MEAG, der Assetgesellschaft des Konzerns, in Verbindung mit der DKV gemanagt. Monat für Monat speist dieses Depot die Beiträge zur Pflegeversicherung. Über für den Versicherungsbeitrag nicht benötigte Erträge könne der Versicherte frei verfügen.

Es handelt sich nicht um eine Pflegerente, die bis an das Lebensende des Versicherten ausgezahlt wird. Nach dem Prinzip der Krankenversicherung gibt es nur eine Erstattung der tatsächlich angefallenen Kosten bis zur versicherten Obergrenze. Das Depot soll mit dem gleichen Zinssatz verzinst werden, den die DKV ansonsten erzielt. Im Schnitt der letzten Jahre lag die Nettoverzinsung im vergangenen Jahr nahe neun Prozent.

Zusammen mit dem neuen Angebot verstärkt die DKV ihren Beratungsservice rund um das Thema Pflege. Alle bei ihr versicherten Pflegebedürftigen, das sind rund 6000 Menschen, sollen demnächst Besuch von einem Berater bekommen. Man wolle sich vor Ort über den Qualitätsstandard informieren und nicht die Einstufungen überprüfen, so der Vorstandsvorsitzende Jan Boetius.

Die DKV-Gruppe hat im vergangenen Geschäftsjahr rund sieben Milliarden Mark, drei Prozent mehr gegenüber dem Vorjahr, eingenommen. Etwas über elf Prozent stammen aus dem Ausland; Tendenz steigend. Das Neugeschäft hat allerdings um 8,8 Prozent abgenommen. Das moderate Umsatzwachstum geht einher mit einem moderaten Leistungsanstieg. So hat die DKV nur drei Prozent mehr als im Vorjahr für Ärzte, Krankenhäuser und Arzneien ausgeben müssen. Im Schnitt liege der Wert in der Branche weit höher, so Boetius. Er sieht darin die Bestätigung seines konsequenten Gesundheitsmanagements in Verbindung mit einer ausgeprägten Leistungsprüfung. Bei stabilen Kosten und erfreulich gestiegenen Kapitalgewinnen erwartet er für die Gruppe ein um 9,5 Prozent gestiegenes Ergebnis nach Steuern. Entsprechend erhöht sich die Zuführung zu den Beitragsrückerstattungen. Der Jahresüberschuss kletterte um sechs Prozent von 129 auf 137 Millionen Mark. Der Umsatz stieg um 2,4 Prozent auf 5,5 Milliarden Mark. Die Zahl ihrer Versicherten nahm um 21 000 Personen auf 775 000 zu.

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