Wirtschaft : Neukirchen reagiert auf wachsende Kritik

jkn/HB

Die MG Technologies will sich von ihrer Chemie-Handelstochter Solvadis sowie der GEA Lufttechnik trennen. Das kündigte MG-Chef Kajo Neukirchen am Mittwoch bei der Vorlage der Halbjahreszahlen an. Die Erlöse will er nutzen, um die beiden größten Tochtergesellschaften GEA und Dynamit Nobel zu stärken. Zudem zeigte sich Neukirchen offen für Kooperationen im Großanlagenbau. Solvadis erzielt einen Umsatz von rund 1,4 Milliarden Euro und ein Vorsteuerergebnis von 29 Millionen Euro. Die GEA Lufttechnik erreicht 236 Millionen Euro Umsatz und ein Ergebnis vor Steuern von 19 Millionen Euro. Man habe für beide Gesellschaften mehrere Interessenten, sagte Neukirchen.

Gleichzeitig läuft die Suche nach Kaufobjekten auf Hochtouren. Laut Neukirchen prüft das Management zwei große und mehrere kleine Zukäufe. Neukirchen zeigte sich im Großanlagenbau offen für Partnerschaften. Den Gerüchten über die Formierung einer "Deutschen Anlagenbau AG" mit Beteiligung der MG, Linde, MAN, ThyssenKrupp und Babcock Borsig gibt er aber kaum eine Chance. "Wenn sie viele Spezialitäten zusammenpacken, wird die Sache sehr komplex", sagte er. Lediglich kleine Bereiche etwa bei Uhde oder bei Babcock würden mit MG-Geschäften zusammen passen. Neukirchen steht seit Monaten unter Beschuss. Größter Kritiker ist Otto Happel, der rund zehn Prozent der MG-Papiere besitzt und Neukirchen Bilanzschönung vorwirft. Zudem fordert er eine Konzentration auf eine Sparte. Informationen aus Finanzkreisen zufolge gibt es aber auch bei der Deutschen Bank (elf Prozent Anteil) und der Allianz (13 Prozent) Bedenken gegen die MG-Strategie.

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