Neun-Monats-Zahlen : Konzerntöchter treiben Jenoptik in Verlustzone

Jenoptik steht erneut ein Konzernumbau bevor. Nach einem Gewinneinbruch in den ersten neun Monaten will der Vorstand das Traditionsunternehmen straffer führen und die verlustreichen Tochterunternehmen besser kontrollieren.

JenaNach einem Gewinneinbruch in diesem Jahr wird der auf sein Optik-Geschäft geschrumpfte Technologiekonzern Jenoptik erneut umgebaut. Vorstandschef Michael Mertin kündigte bei der Vorlage der Neun-Monats-Zahlen eine straffere Führungsstruktur für die bisher weitgehend selbstständigen Tochterfirmen an. "Wir befinden uns intern in einem fundamentalen Veränderungsprozess", sagte Mertin in Jena. Er bestätigte nach einem schwachen dritten Quartal die bereits im August gesenkte Ertragsprognose für 2007.

Fünf Spartenleiter sollen vom 1. Januar an das Geschäft mit Optik, Lasern, Mess- und Wehrtechnik sowie Verkehrssicherheitssystemen von direkt managen. Mertin hatte im Juli die Nachfolge von Alexander von Witzleben angetreten, der in den Vorstand des Haniel-Konzerns wechselte.

Blitzgeräte gehen schlecht

Vor allem die geringe Nachfrage nach Verkehrssicherheitstechnik mit Blitzgeräten gegen Temposünder sorgte dafür, dass der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) per Ende September mit 21,2 Millionen Euro 12,4 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum lag. Nach Steuern wies Jenoptik sogar ein Minus von 2,5 Millionen Euro aus. Im Vorjahreszeitraum wurde noch ein Gewinn von 11,8 Millionen Euro erwirtschaftet. Beim Umsatz verbuchte der Jenaer Konzern mit rund 3400 Beschäftigten nach drei Quartalen ein Plus von 8,8 Prozent auf 374,7 Millionen Euro. Dabei wirkten sich auch Zukäufe aus. Insgesamt sollen die Erlöse in diesem Jahr auf 510 bis 535 Millionen Euro steigen.

Der Vorstand rechnet 2007 mit einem Ebit von 32 bis 36 Millionen Euro, ursprünglich wurden 38 bis 42 Millionen Euro angepeilt. Offen ist derzeit noch, ob Jenoptik beim Konzernergebnis nach Steuern 2007 schwarze Zahlen erreicht. Die Aktie reagierte kaum und notierte am Mittag an der Böse bei 6,60 Euro. (mit dpa)

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