Neustrukturierung : Vattenfall-Chef Cramer muss gehen

Vattenfall holt finnische Verstärkung aus Polen. Nach einem Jahr voller Katastrophen muss der bisherige Deutschland-Chef von Vattenfall, Hans-Jürgen Cramer, seinen Stuhl räumen. Künftig wird der polnische und deutsche Sektor unter einer Führung gebündelt.

Der Aufsichtsrat beschloss, dass der Finne Tuomo Hatakka den bisherigen Deutschland-Chef Hans-Jürgen Cramer zum 1. Januar ablösen soll. Gleichzeitig soll das Unternehmen neu strukturiert werden. Unter Hatakkas Führung, der bislang die polnische Tochtergesellschaft leitete, sollen die deutschen und polnischen Unternehmensteile unter einem Dach zusammengeführt werden. Über den Wechsel an der Vattenfall-Spitze und die Umstrukturierung war bereits seit Wochen spekuliert worden.

Das neue Unternehmen soll unter dem Namen Business Group Central Europe auftreten, die Umstrukturierung bedarf allerdings noch der Zustimmung des Aufsichtsrates der schwedischen Muttergesellschaft Vattenfall AB. "Da der europäische Strommarkt rascher zusammenwächst, muss sich Vattenfall auf die Herausforderungen der Zukunft einstellen und seine Konzernstruktur entsprechend verändern", sagte Vattenfall-AB-Chef Lars Göran Josefsson. Die Energiebranche befinde sich auf dem Weg "zu einem voll integrierten europäischen Markt". Schon jetzt gingen nationale Märkte schrittweise in regionale Märkte über. Vattenfall Europe ist der drittgrößte deutsche Stromversorger und steht für den Großteil des Gewinns der Muttergesellschaft Vattenfall.

Cramer war Medienberichten zufolge mit Josefsson aneinandergeraten. Streitpunkt war laut der Zeitung "Die Welt", dass sich der schwedische Mutterkonzern stärker in das Geschäft seiner wichtigsten Auslandstochter in Berlin einmischen will. Der Aufsichtsrat von Vattenfall Europe kam nun am Freitag nach Darstellung des Unternehmens der Bitte von Cramer nach, vorfristig zum 30. Juni 2008 von seinem Vertrag entbunden zu werden. Bis dahin soll der derzeitige Unternehmenschef laut "Tagesspiegel" (Samstagsausgabe) als normales Vorstandsmitglied weiterarbeiten. (mac/AFP)

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