New Yorker Börse : Erdöl-Preis knackt erstmals 80-Dollar-Marke

Mit 80 Dollar pro Barrel hat der Ölpreis gestern in New York einen historischen Höchststand erreicht. Experten rechnen mit einem dauerhaft hohen Preis im Angesicht der beginnenden Heizperiode und der damit steigenden Nachfrage.

New YorkDer Ölpreis hat an der Börse in New York alle Rekorde gebrochen: Erstmals in der Geschichte des Handels übersprang der Preis im gestrigen Tagesverlauf für ein Barrel der Richtsorte Light Sweet Crude die Schwelle von 80 Dollar (rund 57,50 Euro). Befeuert wurde der Höhenflug durch die Veröffentlichung aktueller Daten zu den Erdölvorräten der USA. Diese sanken in der Vorwoche stärker als erwartet. Zudem braut sich im Golf von Mexiko, dem wichtigsten Fördergebiet der USA, derzeit ein neuer Tropensturm zusammen, der die Produktion behindern könnte. Ein Barrel sind rund 159 Liter.

Der Ölpreis hatte am Mittwoch im Tagesverlauf mehrfach seine bisherige historische Höchstmarke durchbrochen. Gegen 14:25 Uhr (Ortszeit; 20:25 Uhr MESZ) erreichte der Preis in New York dann die Marke von 80,18 Dollar pro Barrel, ehe er wieder knapp unter die 80-Dollar-Schwelle sank. Als wichtigsten Auslöser des Höhenflugs nannten Analysten die gestiegene Nachfrage in den USA kurz vor Beginn des heizungsintensiven Winters. Die Erdölvorräte des Landes waren in der Vorwoche um 7,1 Millionen Barrel gefallen. Das war weitaus mehr als die 2,7 Millionen Barrel, welche die Experten vorausgesagt hatten.

Auch in London ging die Preiskurve steil nach oben: Ein Barrel der Referenzsorte kostete dort zwischenzeitlich 77,93 Dollar, die Rekordmarke liegt bei 78,60 Dollar.

Dauerhaft hohe Preise

Rohstoff-Analysten in New York rechneten mit einem andauernd hohen Preisstand. "Mit dem Herannahen des Winters wird das Gleichgewicht des Weltölmarkts auf beunruhigende Weise gestört", sagte Kevin Norrish von Barclays Capital. Die Ankündigung der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) vom Vortag, die Förderung ab November um 500.000 Barrel pro Tag auszuweiten, wird den Druck auf den Ölmärkten nach Einschätzung von Experten kaum senken. "Das ist besser als nichts, aber es reicht nicht", sagte Frédéric Lasserre von der Société Générale. Für das vierte Quartal 2007 und das erste Quartal 2008 sagte er ein besonders knappes Angebot und eine starke Nachfrage voraus.

Nach Ansicht des ADAC dürften die Benzinpreise in Deutschland trotzdem stabil bleiben, da das Ölpreis-Hoch an den Tankstellen schon eingepreist ist. ADAC-Verkehrsexperte Jürgen Albrecht sagte, die Spritpreise seien schon in den vergangenen Wochen gestiegen, neue drastische Erhöhungen also nicht zu befürchten. "Es gibt keinen klaren Trend in Richtung weiter steigender Benzinpreise", sagte Albrecht. Der Preis für einen Liter Super-Benzin liegt seinen Angaben zufolge derzeit bei 1,36 Euro, für Diesel werden knapp 1,18 Euro pro Liter fällig. (mit AFP)

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