Wirtschaft : Newco-Fusion: Weltgrößter Stahlkonzern geschmiedet

Die drei europäischen Stahlunternehmen Arbed, Aceralia und Usinor fusionieren via Aktientausch zum weltweit größten Konzern der Branche. Das teilten ihre drei Firmenchefs am Montag vor der Presse in Brüssel mit. Mit einer gemeinsamen Jahresproduktion von rund 44 Millionen Tonnen Rohstahl, 30 Milliarden Euro (58,8 Milliarden Mark Umsatz und mehr als 110 000 Mitarbeitern auf vier Kontinenten wird der neue Stahlkonzern Newco vor der japanischen Nippon Steel und der koreanischen Posco Weltmarktführer. Die Fusion soll bis Herbst dieses Jahres abgeschlossen sein. Sie muss noch von der EU-Kommission gebilligt werden, die das Projekt wegen der deutlichen Marktführerschaft in einigen Bereichen kritisch begutachten dürfte.

Die französische Usinor, die Luxemburger Arbed und die spanische Aceralia versprechen sich deutliche Synergieeffekte. Sie schätzten die jährliche Kostenersparnis auf 300 Millionen Euro vor Steuern im Jahre 2003, hieß es in Brüssel. Diese soll sich bis 2006 auf jährlich 700 Millionen Euro steigern. Usinor-Chef Francis Mer sagte, man müsse sich den Regeln der Weltwirtschaft anpassen. "Die großen Stahlkunden haben eine globale Strategie." Nach Einschätzung Mers muss sich die Stahlbranche neu formieren, um überleben zu können. Er sagte, dass die Entscheidung der deutschen Thyssen-Krupp-Gruppe, ihre Stahltochter Thyssenkrupp Steel wegen der ungünstigen Marktlage nicht an die Börse zu bringen, "ein Signal für den gesamten Sektor war".

Bei dem Aktientausch soll eine Usinor-Aktie in eine Newco-Aktie umgetauscht werden. Eine Arbed-Aktie soll 10 Newco-Aktien wert sein. Bei Aceralia ist das Verhältnis 7 zu 8. In dem neuen Unternehmen mit Sitz in Luxemburg werden die früheren Usinor-Aktionäre schätzungsweise 56,5 Prozent des Gesamtkapitals halten. Die Aktien sollen an den Börsen Euronext Brüssel/Paris, Luxemburg und Madrid gehandelt werden. Gemeinsame Vorstandsvorsitzende werden Joseph Kinsch von Arbed und Mer von Usinor.

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