Wirtschaft : Nicht allen Pleitiers half der Kanzler. Die Zahl der Insolvenzen ist dennoch zurückgegangen

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Noch einmal hat Gerhard Schröder die Illusion genährt, die Politik könnte die Gesetze des Marktes außer Kraft setzen. Mit 250 Millionen Mark an staatlichen Hilfen bewahrte er den Baukonzern Philipp Holzmann zunächst vor dem Konkursrichter, zumindest die knapp 30 000 Holzmann-Beschäftigten jubelten ihm zu. Andere Unternehmen hatten weniger Glück: Die Unger Flugreisen GmbH schlitterte 1999 ebenso in die Pleite wie die Baugesellschaft Nauen, der Fahrradproduzent Kynast oder der Hausgerätehersteller Küppersbusch. Bei letzterem gibt es aber Chancen für eine Sanierung. Im Herbst meldeten der Nähmaschinenhersteller Pfaff AG und die Tochter Singer GmbH Insolvenz an, weltweit sind davon 2600 Mitarbeiter betroffen. Ende November musste der Musicalkonzern Stella den Gang zum Insolvenzrichter antreten, weil der Hauptgläubiger HypoVereinsbank nicht mehr mitspielen wollte. Gleichwohl wird der Spielbetrieb fortgesetzt, das Management hofft auf neue Investoren. Dass staatliche Hilfen keine Überlebensgarantie bieten, bewiesen der jeweils schon zweite Konkurs des Aluminiumverarbeiters Aluhett in Sachsen-Anhalt und der bayrischen (Neuen) Maxhütte - für das Stahl- und Röhrenwerk Neue Maxhütte soll es nun eine dritte Chance mit dem Industriellen Jürgen Großmann geben. Immerhin: Nach Angaben des Verbandes der Vereine Creditreform hat sich die Insolvenzen-Bilanz in Deutschland 1999 leicht gebessert. Im Vergleich zu 1998 ist die Zahl der Unternehmenspleiten um 1,5 Prozent auf 27 400 gesunken.

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