Wirtschaft : Nicht aus der Ruhe zu bringen

Die Warnungen werden überhört NEW YORK.Übernahmespekulationen im Finanzgewerbe und der freundliche Konjunkturausblick haben Anlegern in der Wall Street vorige Woche weitere Kursgewinne zugeschanzt.Der Dow-Jones-Index stieg um 172,64 Punkte auf einen Rekord von 9167,50 Punkte.Am Freitag vormittag hatten schwache Überseemärkte die Anleger zunächst verunsichert.Doch im Verlauf erholten sich die Kurse wieder; vor allem Verbraucherwerte waren wieder gefragt.Die gesunde Konjunktur - anhaltende Vollbeschäftigung, steigende Löhne und keine Inflation - ermuntert zu immer neuen Aktienkäufen, die Warnungen der Experten werden überhört.Vor allem Kleinanleger lassen sich nicht aus der Ruhe bringen.Woche für Woche vertrauen immer mehr Personen ihr Erspartes den Aktienfonds an.Das Fusionsfieber trägt seinen Teil dazu bei.Die jüngsten Übernahmen im Finanzgewerbe trugen erheblich mit dazu bei, daß der Dow Jones zur Zeit solche Rekordsprünge vollbringt.American Express brachte die Freitags-Rallye ins Rollen.Das Finanz- und Reiseunternehmen gilt seit dem vor fast zwei Wochen angekündigten Zusammenschluß von Citicorp und Travelers Group als übernahmeverdächtig.Das Wochenmagazin Business Week will erfahren haben, American Express werde möglicherweise von American International Group übernommen.Die Spekulation schwappte auf die Notierungen anderer führenden Finanzunternehmen über.Die gängige Theorie ist, alle noch unabhängigen Firmen müßten sich einen Partner suchen, sonst könnten sie mit Branchengiganten wie der künftigen Citigroup nicht konkurrieren.Daß man aber selbst in einem Bullenmarkt Hab und Gut verlieren kann, wenn man auf das falsche Pferde setzt, zeigt sich trotzdem immer wieder.Wenn sich die Ertragserwartungen nicht erfüllen, wird es in Wall Street noch viele Tränen geben.pf

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