Wirtschaft : Nichts bewegt die Banken so sehr wie das Eigenkapital

Frankfurt am Main - Die Banken in Deutschland sehen in den verschärften Eigenkapitalregeln für ihre Branche die derzeit größte Herausforderung. Für 37 Prozent der Geldinstitute seien die neuen Anforderungen durch die Bankenaufsicht die größte Schwierigkeit, wie aus dem am Mittwoch in Frankfurt vorgestellten „Branchenkompass 2010 Kreditinstitute“ der Unternehmensberatung Steria Mummert hervorgeht. „Die Umstellung wird die Branche sicher zwei Jahre lang beschäftigen“, sagte Bankenexperte Stefan Lamprecht.

Der Studie zufolge gehen 60 Prozent der Entscheider, wie Vorstände und Vertriebschefs deutscher Banken, davon aus, dass sie zur Erfüllung der neuen Eigenkapitalregeln nach Basel III, die 2013 in Kraft treten, große Investitionen tätigen müssen. Dabei gehe es um zusätzliches Personal sowie neue Strukturen und Computersysteme, sagte Lamprecht.

41 Prozent erwarten auch einen erheblichen Aufwand bei der Kundenberatung durch die zum Jahresbeginn eingeführten Beratungsprotokolle.

Die Beratung von Bankkunden gegen Honorar setzt sich der Umfrage zufolge nicht durch. Obwohl mehr als 60 Prozent der befragten Banken in Finanzberatung investieren wollen, sehen nur 13 Prozent Bedarf bei der Honorarberatung. Nach Einschätzung der Unternehmensberater sind deutsche Bankkunden nicht bereit, für Beratung zu bezahlen. Banken holen ihre Beratungskosten in der Regel über Provisionen wieder herein.

Die Studie von Steria Mummert basiert auf einer Umfrage unter 100 Entscheidern in deutschen Kreditinstituten im Juli. dpa

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