Wirtschaft : Nichts überstürzen

Was sich hinter manchen Stellenanzeigen verbirgt

Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Das gilt auch für Stellenausschreibungen – vor allem, wenn die Position schnellstmöglich besetzt werden soll. Bewerber freuen sich in dem Fall daher besser nicht zu früh. Denn es könne auch ein Warnsignal sein, wenn eine Firma so schnell wie möglich einen neuen Mitarbeiter sucht, erklärt der Karriereberater Martin Wehrle aus Jork bei Hamburg.

„Zum nächstmöglichen Zeitpunkt“ könne heißen: „Bei uns brennt die Hütte – löschen Sie“, erläutert Wehrle in der Zeitschrift „Unicum Beruf“ (Ausgabe 1/2011). Bei solchen Jobs müssten Bewerber damit rechnen, dass keine Zeit für eine geregelte Einarbeitung bleibt. Und die ist gerade für Berufsanfänger wichtig. Auch die Möglichkeit, Fragen zu stellen, könnte unter solchen Umständen zu kurz kommen.

Um hinterher keine bösen Überraschungen zu erleben, sollten Bewerber in derartigen Fällen lieber einmal nachhaken. Auch wenn es manchem unangenehm ist, so etwas im Bewerbungsgespräch zum Thema zu machen. So sollten Bewerber Wehrle zufolge fragen, warum der Job so kurzfristig zu haben ist. Aufschlussreich sei dabei auch, ob der Vorgänger gekündigt hat oder entlassen wurde.

Ein weiteres Warnsignal sei es, wenn eine Stelle zum wiederholten Mal ausgeschrieben wird, führt Wehrle aus. Das könne bedeuten, dass der Arbeitgeber zu hohe Ansprüche hat und daher keinen passenden Bewerber findet. Möglicherweise sind die geeigneten Kandidaten aber auch abgesprungen, als sie von den Details des Stellenangebots erfahren haben. Ob Jobanfänger oder Profi, man sollte sich nicht unter Wert verkaufen und alle Bedingungen hinnehmen.

Die Stelle kann auch wieder ausgeschrieben sein, weil ein erfolgreicher Bewerber in der Probezeit gekündigt wurde. Das könne ein Zeichen für einen eher ruppigen Umgang mit neuen Mitarbeitern in der Firma sein, sagt Martin Wehrle. dpa

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