Wirtschaft : Niedersachsen erwägt Verkauf von VW-Anteilen Land will aber mindestens 20,01 Prozent halten

Hannover - Das mit Haushaltsproblemen kämpfende Land Niedersachsen will Kreisen zufolge bei der Verschmelzung von Volkswagen und Porsche einen Teil seiner VW-Beteiligung zu Geld machen, ohne an Einfluss auf das Unternehmen einzubüßen. Kreisen zufolge hat das Land Berechnungen angestellt, demzufolge sich sein Anteil an einem kombinierten Konzern aus Volkswagen und Porsche auf 22 bis 25 Prozent erhöhen könnte. Die zusätzlichen Aktien könnten verkauft werden, sagten mehrere mit der Situation vertraute Personen.

„Die Landesregierung beabsichtigt, weitere Erlöse aus Vermögensveräußerungen zu erzielen. Das könnte auch Volkswagen betreffen,“ sagte Ministerpräsident David McAllister am Montag. „Sollte es mit Blick auf die geplante Integration von Porsche zu Veränderungen des Anteils kommen, könnte es sein, dass VW von Vermögensveräußerungen betroffen sein wird.“

Noch steht nicht fest, in welcher Form der Zusammenschluss von Volkswagen und Porsche umgesetzt wird. NordLB-Autoanalyst Frank Schwope sagte: „Ob die Anteile von Niedersachsen nach der Verschmelzung 2011 tatsächlich zwei Prozentpunkte höher liegen werden, ist völlig unklar.“ Finanzminister Hartmut Möllring betonte: „Einen konkreten Beschluss gibt es dazu (zum Verkauf von VW-Aktien) nicht.“

Fest steht nur, dass Niedersachsen seine Sperrminorität nicht aus der Hand geben will. McAllister bekräftigte: „Das Land Niedersachsen wird seinen Anteil nicht unter die heutigen 20,01 Prozent senken.“ Die VW-Satzung sichert dem Land schon mit diesem Anteil ein Vetorecht. Niedersachsen will im kommenden Jahr über den Verkauf von Vermögenswerten 300 Millionen Euro einnehmen. Beim derzeitigem Aktienkurs sind ein Prozent der VW-Stammaktien gut 215 Millionen Euro wert. rtr

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