Wirtschaft : Niedrigere Preise sollen Wettbewerb bei DSL stärken

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Die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post will für mehr Wettbewerb bei schnellen Internetzugängen über DSL (siehe Lexikon ) sorgen. Die Behörde hat jetzt die Preise festgelegt, die die Deutsche Telekom verlangen darf, wenn Wettbewerber einen Teil der Telefonanschlussleitung mieten wollen (Line-Sharing), um darüber eigene schnelle Internetzugänge zu vermarkten. Die Preise liegen bei weniger als einem Drittel dessen, was die Telekom ursprünglich verlangen wollte. Er sei sich sicher, "dass die von uns genehmigten Preise dazu beitragen werden, dass sich der Wettbewerb im Bereich der schnellen Internetzugänge jetzt deutlich intensivieren wird", sagte der Präsident der Regulierungsbehörde, Matthias Kurth.

Beim Line-Sharing wird die normale Telefonleitung in einen Sprach- und einen Datenkanal geteilt. Für den Zugang zum Datenkanal darf die Telekom jetzt 4,77 Euro im Monat von ihren Wettbewerbern verlangen. Die Telekom hatte einen Preis von 14,65 Euro monatlich beantragt. Auch für die einmalige Überlassung und die Kündigung des Anschlusses hat die Behörde Preise festgelegt, die weit unter den ursprünglichen Forderungen der Telekom liegen.

Die Wettbewerber nannten die Entscheidung der Behörde einen kleinen Schritt in die richtige Richtung. Günstigere Preise für den Endkunden seien jedoch kaum zu erwarten, hieß es beim Branchenverband VATM. Der Abstand zu dem DSL-Preis von 8,61 Euro, den die Telekom von ihren Endkunden für den Anschluss verlange, sei bei weitem zu gering, sagte Bernd Schlobohm, Vorstandschef von QSC. QSC hatte die Überprüfung des Endgeltes beantragt.

Die Telekom zeigte sich enttäuscht über die Entscheidung der Regulierungsbehörde und will juristische Schritte prüfen. Die Telekom dominiert mit derzeit 2,3 Millionen Kunden den DSL-Markt zu etwa 98 Prozent.

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