Wirtschaft : Noch ein Jahr Exportweltmeister

2008 könnte China vorne liegen, meint der DIHK

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Düsseldorf – Der Export bildet im kommenden Jahr eine wesentliche Stütze der Konjunktur. Davon geht der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) nach seiner jüngsten Umfrage bei seinen Außenhandelskammern aus. Die deutschen Exporte dürften demnach 2007 um neun Prozent und im laufenden Jahr um elf Prozent klettern – und gleichzeitig abermals schneller als der Welthandel. Der Anteil der deutschen Warenexporte am Welthandel werde sich auf mehr als zehn Prozent erhöhen, sagte DIHK-Chefvolkswirt Axel Nitschke am Donnerstag.

Die Kammern sind damit optimistischer als andere Organisationen und Forschungsinstitute. Der Bundesverband des Groß- und Außenhandels (BGA) prognostiziert ein Plus beim Warenexport im kommenden Jahr von sechs Prozent und sieht damit die Ausfuhren im Gleichschritt mit dem Welthandel. Das Institut für Weltwirtschaft in Kiel schließt nicht aus, dass die deutschen Exporte sogar langsamer zulegen als der Welthandel. Nitschke vom DIHK begründet seine positivere Sicht zum einen mit den überdurchschnittlichen Chancen des Exports von Investitionsgütern in rasch wachsende Schwellenländer, zum anderen mit der gestiegenen Wettbewerbsfähigkeit. „Die höhere Konkurrenzfähigkeit entspricht dem harten Sanierungskurs der deutschen Exportunternehmen an ihren inländischen Standorten.“ Die geplante Senkung des Beitrags zur Arbeitslosenversicherung werde diese Position verbessern, von der Mehrwertsteuererhöhung sei der Export nicht betroffen.

Zumindest bis 2007 scheint – bezogen auf Waren – der Titel Exportweltmeister gesichert, meinen DIHK und BGA übereinstimmend. Nach Ansicht von Nitschke könnte dieser Titel jedoch schon 2008 an China abgegeben werden müssen. China könnte nach DIHK-Schätzungen dann auch bei den deutschen Importen ganz vorne liegen und Frankreich sowie die Niederlande von den ersten beiden Plätzen verdrängen. elr/HB

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