Wirtschaft : Noch ein Konzern unter Korruptionsverdacht Razzia bei der Ferrostaal AG, Ex-Tochter von MAN

Thomas Magenheim

München - Die Reihe der hierzulande der Korruption überführten oder verdächtigten Konzerne wird länger. Nach Daimler, Siemens und MAN ermittelt die Staatsanwaltschaft nun beim Essener Industriedienstleister Ferrostaal, der bis 2008 zu MAN gehörte. Es gehe um den Verdacht, dass Bestechungsgelder in Millionenhöhe in aller Welt eingesetzt wurden, sagte die Münchner Staatsanwältin Barbara Stockinger nach einer Razzia am Firmensitz und bei 16 anderen Objekten. Mehrere Personen werden verdächtigt, eine wurde verhaftet. Nicht bestätigen wollte Stockinger, dass es sich dabei um einen Ferrostaal-Vorstand handelt. Das Unternehmen schwieg ebenfalls dazu.

Die mutmaßlichen Bestechungsgelder sind nach Justizangaben über Scheinberaterverträge geflossen. Eine solche Praxis hatte es auch bei Siemens gegeben. Bei Ferrostaal geht es um Geschäfte mit Kraftwerken und U-Booten in den vergangenen Jahren. Damit sind auch Zeiträume betroffen, in denen MAN noch Alleineigentümer von Ferrostaal war. Der Dax- Konzern ist heute noch mit 30 Prozent beteiligt, nachdem er Mitte 2008 die Mehrheit an den Staatskonzern International Petroleum Investment Company (Ipic) aus Abu Dhabi verkauft hat.

Auf die Spur gekommen sind die Ermittler den Essenern im Zuge der Ermittlungen gegen MAN; wegen Bestechungen zum Verkauf von Bussen und Lastwagen musste MAN 250 Millionen Euro Strafe zahlen. Dabei wurden auch Dokumente beschlagnahmt, die jetzt zu Ferrostaal geführt haben. Der Konzern fungiert international als Hauptauftragnehmer für Industrieanlagen wie Kraftwerke oder petrochemische Fabriken. Mit 4400 Beschäftigten setzt Ferrostaal 1,6 Milliarden Euro um. Thomas Magenheim

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