Wirtschaft : Noch keine Herbstrallye an der Börse Investoren sind eher pessimistisch eingestellt

-

Frankfurt am Main Mit 4000 Punkten wird es vorerst wohl doch nichts. Der Deutsche Aktienindex Dax scheiterte vergangene Woche an dieser wichtigen Marke und kämpfte am Ende sogar mit der Schwelle von 3900 Punkten. Die Euphorie vor der neuerlichen Zinserhöhung der US-Notenbank war nur von kurzer Dauer. „Dadurch dass wir die 4000- Punkte-Marke nicht knacken konnten, hat sich die Stimmung der Investoren gedreht. Sie sind jetzt eher pessimistisch eingestellt“, sagt Stephan Linz, Aktienhändler bei der BW Bank. „Die Hoffnungen auf eine Herbstrallye haben sich schon wieder verflüchtigt“, heißt es auch bei der Commerzbank.

Sorgenvoll richten sich die Blicke der Börsianer auf den Ölmarkt, auf dem es wieder deutlich nach oben geht. „Der gestiegene Ölpreis ist mittelfristig eine erhebliche Gefahr für die Aktienmärkte“, sagt Robert Varga, Chefstratege bei Varga Capital Management.

Prinzipiell gilt das Umfeld aber als intakt. Die Inflationsrate ist im Griff, die Zinsen sind trotz der weiteren Erhöhung durch die US-Notenbank weiter niedrig, die Unternehmensgewinne ließen sich zuletzt nicht schlecht an, Anlagekapital ist reichlich vorhanden. „Die fundamentale Bewertung spricht eindeutig für eine Übergewichtung in Aktien“, heißt es bei der Commerzbank. Aktien seien derzeit eigentlich billig und deshalb attraktiv, ist auch von den Experten der DZ Bank zu hören. Mit 11,2 liegt das wichtige Kurs-Gewinn-Verhältnis deutscher Papiere derzeit um fast ein Drittel unter dem historischen Durchschnitt.

Unternehmensnachrichten, die den Gesamtmarkt bewegen könnten, werden diese Woche zwar nicht erwartet. Das Ende eines Quartals sei jedoch traditionell eine Möglichkeit für die Unternehmen, den Märkten ein mögliches Verfehlen der Prognose zu „beichten“, sagte ein Händler. „Daher sind die Investoren auf der Hut vor Gewinnwarnungen.“ ro

0 Kommentare

Neuester Kommentar