Wirtschaft : Nokia baut aufs Mitmachfernsehen

Unternehmen zeigt auf der Ifa erste Geräte mit MHP-Standard

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Berlin (vis). Nokia hat auf der Ifa fünf neue Empfangsgeräte für das digitale Fernsehen vorgestellt. Die DigitalReceiver für Satelliten-Empfang sollen Ende des dritten, die für den terrestrischen Empfang im vierten Quartal auf den Markt kommen. Mit zwei Modellen können Kunden auch neue interaktive Dienste nutzen, da sie den MHP-Standard (siehe Lexikon) unterstützen. Genaue Preisangaben machte Nokia nicht. Bisher kosten Digital-Receiver von Nokia zwischen 100 und 600 Euro. Teurer würden auch die neuen Geräte nicht, sagte Sven Martens, Director Sales&Marketing von Nokia Home Communications in Deutschland, dem Tagesspiegel.

Nokia ist der größte Handyhersteller der Welt, verkauft seit 1996 aber auch Geräte für den Empfang von Digitalfernsehen. Martens erwartet, dass das interaktive Fernsehen in Deutschland nun seinen Durchbruch erleben wird. Bisher entwickelt es sich hier zu Lande schleppend. Zu unterschiedlich sind die Interessen der Gerätehersteller, TV-Sender und Diensteanbieter. Sie streiten auch darüber, wer die Entwicklung bezahlen soll. Auf der Ifa sind jetzt immerhin 13 Firmen mit MHP-fähigen Geräten vertreten. Der Chef des Bezahlsenders Premiere, Georg Kofler, sagte auf der Ifa jedoch, sein Sender werde in den kommenden zwei Jahren nicht auf MHP umrüsten.

Martens räumte ein, dass die Zuschauer erst langsam an das „Mitmachfernsehen“ herangeführt werden müssten. „Der Kunde muss verstehen, was ihm das interaktive Fernsehen bringt. Da wurden in der Vergangenheit viele Fehler von der Industrie gemacht.“ Doch jetzt sei „die Zeit reif für MHP“.

Der Erfolg beim Kunden steht und fällt mit den Anwendungen. Als ein Beispiel nannte Martens die direkte Beteiligung an Quizshows. „Heute machen die Zuschauer per Anruf oder SMS mit. Künftig müssen sie zum Abstimmen oder Fragen beantworten nur auf ihre Fernbedienung drücken.“ Zudem zeigt Tui auf der Ifa seinen interaktiven Reisekatalog, Quelle präsentiert ein Shoppingangebot. „Gerade für die werbetreibende Industrie ist das interaktive Fernsehen interessant. Während die Werbung läuft, kann der Kunde gleich bestellen“, sagt Martens.

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