Wirtschaft : Nokia Networks will die Hälfte der Belegschaft streichen

Die große Koalition funktioniert in Spandau. Kai Wegner, Bundestagsabgeordneter der CDU, und Swen Schulz, Bundestagsabgeordneter der SPD, appellierten jetzt gemeinsam an die Führung von Nokia Networks, den geplanten Abbau von rund 80 der Hälfte der etwa 300 Arbeitsplätzen in Siemensstadt zu überdenken. „Nokia hat hervorragende Perspektiven in Deutschland und Berlin“, schreiben die beiden Politiker. Mit einem „Kahlschlag bei den Beschäftigten würde sich Nokia ins eigene Fleisch schneiden“.

Der Softwarekonzern will hierzulande nach eigenen Angaben 1400 von 4800 Arbeitsplätzen abbauen und die wichtigsten Funktionen an einzelnen Standorten konzentrieren. In Berlin, Hamburg, Stuttgart und Düsseldorf sollen massiv Stellen gestrichen werden, München, Ulm und Nürnberg könnten dagegen profitieren, heißt es bei der IG Metall. Der Berliner Betriebsrat und die IG Metall sind in Sorge, dass in Spandau eine reine Hauptstadtrepräsentanz übrig bleibt. Bislang gibt es dort ein Security Center, in dem Konzepte für abhörsichere Mobilfunknetze entwickelt werden und überhaupt eine Softwareentwicklung zur Netzintegration sowie eine Gesellschaft, die für den Bund das so genannte Blaulichtnetz betreut. Für den Berliner Betrieb gibt es einen Standortsicherungsvertrag, der Kündigungen ausschließt. Das Unternehmen hat diesen Vertrag indes zum 30. September gekündigt. IG Metall und Betriebsrat verhandeln derzeit mit der Geschäftsführung über die Zeit danach. Wenn nur noch eine Serviceabteilung in Berlin bliebe, hätte der Standort keine Innovationskraft mehr und stünde irgendwann womöglich ganz zur Disposition, befürchten Arbeitnehmervertreter und die Spandauer Politiker. Für alle deutschen Standorte will die IG Metall im September eine Tarifkommission bilden, die dann zentral mit dem Unternehmen über die Zukunft der sechs Standorte verhandelt. alf

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