Wirtschaft : Nokia rechnet mit sinkenden Preisen Handyhersteller enttäuscht die Börse

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Helsinki Börsianer sind selten zufrieden: Das musste gestern der weltgrößte Handyhersteller, Nokia aus Finnland, erfahren. Der Konzern übertraf mit seinem Ergebnis für das dritte Quartal die Erwartungen, erhöhte die Prognose für den weltweiten Handy-Absatz – und dennoch fiel der Kurs der Nokia-Aktie an der Börse in Helsinki zeitweise um mehr als drei Prozent.

Der Grund für die Enttäuschung der Anleger: Trotz der guten Quartalszahlen, die Nokia vorlegte, bekommt der Konzern immer weniger für seine Handys bezahlt. Der durchschnittliche Verkaufspreis je Handy sank von 105 Euro im zweiten Quartal auf 102 Euro im dritten Quartal. Und auch im vierten Quartal müsse mit einem weiteren Sinken des Durchschnittspreises gerechnet werden, sagte Nokia-Chef Jorma Ollila. Konkurrent Sony Ericsson erzielt dagegen für seine Mobiltelefone einen Durchschnittspreis von 148 Euro. Und auch Motorola und Samsung liegen höher als der finnische Marktführer.

Als Grund für die sinkenden Preise nannte Ollila den Vormarsch seines Konzerns in China und anderen asiatischen und afrikanischen Märkten, wo Nokia vor allem mit preiswerteren Einstiegsmodellen Erfolg hat. Gleichwohl unterstrich der Konzern-Chef, dass Nokia auch weiterhin seine Position im Bereich der hochpreisigen Geräte und der Handys im mittleren Preissegment ausbauen will.

Analysten zeigten sich enttäuscht: „Die Prognose für den weltweiten Handy-Absatz war gut, aber der Ausblick auf einen noch niedrigeren Durchschnittspreis im vierten Quartal war nicht sehr ermutigend“, sagte Erkki Vesola vom finnischen Börsenmakler Mandatum. Auch Johann Strandberg, Analyst bei der Bank SEB in Stockholm, bezeichnete den durchschnittlichen Verkaufspreis „schwächer als erwartet“. Gleichzeitig wiesen mehrere Analysten darauf hin, dass der Kurs der Nokia-Aktie in dieser Woche nach den positiven Quartalsberichten von Sony Ericsson, LG, Motorola und Samsung bereits gestiegen sei.

Im abgelaufenen Quartal konnte Nokia aber deutlich mehr Handys absetzen und so die geringeren Einnahmen je Apparat mehr als kompensieren: Der Handy-Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahresquartal um knapp 30 Prozent. Der Konzerngewinn stieg von 1,0 auf 1,2 Milliarden Euro, der Gesamtumsatz kletterte von 7,1 auf 8,4 Milliarden Euro. HB

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