Wirtschaft : Nokia warnt und stürzt ab

Handyhersteller muss Prognose senken

Berlin - Die scharfe Konkurrenz von iPhone und anderen Smartphones macht Nokia immer stärker zu schaffen. Der angeschlagene finnische Handy-Hersteller kann deswegen bei weitem nicht so viele Telefone verkaufen wie geplant. Deshalb korrigierte das Unternehmen am Dienstag seine Geschäftsziele für das Gesamtjahr nach unten. Die Aktien des Unternehmens, das einst der unangefochtene Marktführer auf dem Handymarkt war, stürzten daraufhin um knapp 17 Prozent ab und fielen unter fünf Euro. Das ist der tiefste Stand seit mehr als zehn Jahren.

In seinem Kampf gegen den Abstieg hatte Nokia erst Ende April den Abbau von 7000 Stellen angekündigt. Zudem schmiedeten die Finnen eine Allianz mit dem Softwarekonzern Microsoft. Gemeinsam wollten beide verlorene Anteile im Markt für Handy-Betriebssysteme zurückgewinnen. Derzeit geben dort Apple mit dem iPhone sowie Geräte mit der Google-Software Android den Takt vor. Branchenexperten zweifeln jedoch an den Erfolgsaussichten. „Man kann sich immer schwerer vorstellen, dass Nokia eine Mobiltelefon- Generation überspringen kann und bis Anfang 2012 mit der Konkurrenz gleichzieht“, sagte Thomas Langer von der WestLB. Jari Honko von der Swedbank fügte hinzu: „Jetzt kommt die ganze Wahrheit über die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit von Nokia ans Licht.“

Nokia räumte ein, nicht nur deutlich weniger Telefone als erwartet zu verkaufen, die Geräte müssen auch billiger als geplant angeboten werden. Daher werde der Nettoumsatz in den zentralen Geschäftssparten Geräte und Dienstleistungen im zweiten Quartal unterhalb der bisher angepeilten 6,1 bis 6,6 Milliarden Euro liegen. Die Ziele für das dritte und vierte Quartal sowie für das Gesamtjahr seien damit ebenfalls hinfällig. Der Nokia-Marktanteil verringerte sich im ersten Vierteljahr von 33 Prozent im Vorjahreszeitraum auf nun 29 Prozent. vis/rtr

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