Wirtschaft : NordLB beschleunigt Kauf von Preussag Stahl

Preussag-Konzern sieht Neuorientierung auf gutem Weg / Aktionärslob auf der Hauptversammlung HANNOVER (dpa/rtr).Das Land Niedersachsen übernimmt bereits jetzt mehr Anteile der Preussag Stahl AG als geplant.Die Norddeutsche Landesbank (Nord/LB) habe über die vereinbarten 51 Prozent hinaus die Option über weitere gut 24 Prozent ausgeübt, bestätigte ein Sprecher des Preussag-Konzerns am Donnerstag auf der Hauptversammlung in Hannover.Damit fließen dem Konzern schon jetzt weitere 260 Mill.DM zu.Die Vereinbarung von Februar sieht den kompletten Verkauf für insgesamt 1,06 Mrd.DM bis Ende 1999 vor.Der Verkauf wurde nun auch - wie erwartet - von den Aktionären gebilligt. Vorstandschef Michael Frenzel sieht die Neuausrichtung des Konzerns auf den Dienstleistungsbereich auf gutem Weg."Die neue Preussag geht auf Fahrt", sagte er auf der Hauptversammlung.Auch ohne die verkaufte Stahl-Tochter stieg der Umsatz in den ersten fünf Monaten des Geschäftsjahres 1997/98 um 21 Prozent auf 8,6 Mrd.DM, mit der Neuerwerbung Hapag-Lloyd betrug er etwa 11 Mrd.DM.Frenzel schloß deshalb eine Dividendenerhöhung für 1997/98 nicht aus.Er erwartet einen Umsatz von 33 Mrd.DM, rund 6,5 Mrd.DM mehr als im Jahr zuvor.Für 1996/97 wird eine unveränderte Dividende von 12 DM gezahlt. Frenzel verteidigte den Verkauf der Stahl-Tochter gegen Einwände einiger Aktionäre, er habe "eine Perle" veräußert.Überkapazitäten auf dem europäischen Stahlmarkt und konjunkurbedingte Schwankungen hätten die Preussag-Bilanzen mehrfach belastet, sagte er.Vo einem Sprecher der Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz erhielt er deshalb Lob, "daß sie sich von dem Bereich so elegant gelöst haben".Den Angaben zufolge hat der Konzern in den vergangenen drei Jahren ertragsschwache Gesellschaften mit einem Umsatz von etwa 9 Mrd.DM verkauft, zugleich aber ertragsstarke mit Umsätzen von rund 15 Mrd.DM gekauft.

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