Wirtschaft : NordLB/Sparkassenverband

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Sie gelten bislang als eines der aussichtsreichsten Kandidatengespanne: Die Norddeutsche Landesbank (NordLB) und der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV). Der Grund liegt auf der Hand: Durch die Fusion von Berliner Bank und Landesbank beziehungsweise Berliner Sparkasse ist ein kompliziertes Geflecht aus öffentlich- und privatrechtlichen Instituten entstanden. Dass nun Sparkassen wiederum das angeschlagene Schwesterinstitut in Berlin übernehmen könnten, hat deshalb seinen Charme. Das restliche Geschäft der Bankgesellschaft könnte an die NordLB gehen.

Schon frühzeitig hatte NordLB-Chef Manfred Bodin grundsätzliches Interesse an der Bankgesellschaft angemeldet, an der die Landesbank aus Hannover ohnehin schon elf Prozent der Aktien hält. Doch die hannoversche Bank hat zahlreiche Gewährsträger (unter anderem die Bundesländer Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern) und der Verband wird von vielen Sparkassen getragen. Und deren Interessen unter einen Hut zu bringen, scheint nicht einfach zu sein. Eine erste Bietergruppe aus DSGV, NordLB, Hamburger sowie Mittelbrandenburgischer Sparkasse ist bereits auseinander gebrochen. Bis zur letzten Minute vor Bieterschluss mussten Verbandspräsident Dietrich Hoppenstedt und Bodin daher um ein neues Konsortium ringen.

Das Sparkassenlager böte dem Land Berlin eine politische Lösung ihres Bankendesasters. Im Gegensatz zu den anderen Investoren, die klar unternehmerische Interessen verfolgen. Verbandschef Hoppenstedt kann es sich nicht leisten, den Bankenplatz Berlin kampflos privaten Instituten zu überlassen. Und NordLB- Chef Bodin hat die Chance, seine Position im Landesbanken-Ranking auszubauen. fo

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