Wirtschaft : NordLB zeigt sich gut in Form

Vorstandsvorsitzender Bodin: Staatsvertrag zwischen Berlin und Niedersachsen noch dieses Jahr unter Dach und Fach bringen

HANNOVER (dpa).Die Norddeutsche Landesbank Girozentrale (Nord/LB), Hannover, befindet sich nach dem Rekordjahr 1996 weiterhin auf Wachstumskurs.Für das Gesamtjahr gehe die Nord/LB von einer Steigerung ihrer Bilanzsumme um etwa zehn Prozent und von einem Betriebsergebnis vor Risikovorsorge auf Vorjahreshöhe aus, sagte der Vorstandsvorsitzende Manfred Bodin am Montag in Hannover.Im ersten Quartal erhöhte sich das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge im Vergleich zum entsprechenden Vorjahrszeitraum um 12,2 Prozent auf 211,9 Mill.DM. Bodin bekräftigte das Ziel, noch in diesem Jahr die Verhandlungen über einen Zusammenschluß der Nord/LB mit der Berliner Bankgesellschaft AG zum Abschluß zu bringen.Damit würde das größte Geldhaus Deutschlands nach der Deutschen Bank entstehen.Bereits im Februar hatte die Nord/LB für 1996 einen Rekordgewinn bekanntgegeben.Nach dem endgültigen Jahresabschluß erhöhte sich das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge im Konzern um 4,9 Prozent auf 842,8 Mill.DM.Der Jahresüberschuß stieg um 23,4 Prozent auf 185,4 Mill.DM.Die Bilanzsumme bezifferte Bodin auf 229,6 (Vorjahr: 208,9) Mrd.DM. "Die positive Entwicklung ist ins erste Quartal durchgelaufen", sagte er.Zuwächse gebe es im Kreditgeschäft und beim Handel.Der Zinsüberschuß belief sich im 1.Quartal auf 423,2 (421,2) Mill.DM, der Provisionsüberschuß auf 73,6 (63,3) Mill.DM. Der Vorstandsvorsitzende äußerte die Erwartung, daß nach Niedersachsen noch in dieser Woche auch die übrigen Gesellschafter der Nord/LB grünes Licht für weitere Verhandlungen mit der Berliner Bankgesellschaft geben werden.Dies sind Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern sowie die Sparkassen der drei Bundesländer.Der Berliner Senat hat als Miteigentümer der Bankgesellschaft einer Zusammenführung mit der Nord/LB bereits im Grundsatz zugestimmt.Nach Angaben Bodins soll in sechs bis acht Wochen ein Gutachten zur Bewertung beider Institute vorliegen.Bodin sagte, der für einen Zusammenschluß notwendige Staatsvertrag müsse noch in diesem Jahr unter Dach und Fach gebracht werden, weil 1998 Landtagswahlen in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg- Vorpommern anstünden.Zusammen kämen beide Geldhäuser auf eine Bilanzsumme von rund 568 Mrd.DM.Das wären sieben Mrd.DM mehr als die der Dresdner Bank.Die Deutsche Bank wies 1996 eine Bilanzsumme von rund 886 Mrd.DM aus. Darüberhinaus ist die Nord/LB weiter an einer Beteiligung an der Hamburgischen Landesbank interessiert.Einzelheiten wollte Bodin dazu nicht nennen.Er wies darauf hin, daß Hamburg mit seinen Häfen und Verbindungen nach Skandinavien eine wichtige Rolle in der Konzernstrategie spiele.Zur Sanierung der Staatsfinanzen beabsichtigt der Hamburger Senat bereits seit Jahren, Anteile an der Landesbank zu veräußern.Als Interessenten gelten auch die Kieler Landesbank und die Hamburger Sparkasse.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben