Wirtschaft : Nordsee: Schlechte Stimmung für Börsengänge

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Die Börsenflaute hat in diesem Jahr nicht nur der Nordsee-Kette zu schaffen gemacht. Eine Reihe anderer Unternehmen hat 2001 ihren Börsengang bereits abgesagt. Vor knapp zwei Wochen blies die Zentaris AG den für den 18. Juni geplanten Börsengang ab. Die Begründung des Anfang des Jahres aus der Degussa-Gruppe ausgelagerten Unternehmen für Biopharmazeutika und Gentherapie: Die schlechte Stimmung im Biotechnologie-Sektor nach der missglückten Einführung eines Medikaments gegen Prostatakrebs in den USA. Auch die Bertelsmann-Tochter Arvato zog unlängst ihre Börsenpläne für seine Ableger, die Internet-Reservierungsfirma Trust und den Spezialisten für Wissenmanagement Empolis, zurück. "Sobald sich die Lage bessert", sagte Arvato-Chef Gunter Thielen, "treten wir in neue Überlegungen ein." Enttäuscht wurden auch die Hoffnungen der Müller - Die Lila Logistik AG. Das Unternehmen wollte am 5. April an den Neuen Markt gehen und wurde im Vorfeld als mutiger Debütant gefeiert. Zurück schreckte das Logistikunternehmen, als die Bewertung von Vergleichunternehmen einbrach. Als erstes Unternehmen in diesem Jahr wollte eigentlich das Systemhaus Ubis seine Aktien am Neuen Markt platzieren. "Das derzeit extrem schwierige Börsenumfeld erlaubt es nicht, einen fairen Wert für die Ubis-Aktie zu ermitteln", musste allerdings der Finanzvorstand der Berliner PSI-Tochter im Januar mitteilen. Keine Freude wird einstweilen auch der Börsenaspirant VfB Stuttgart seinen Fans auf dem Börsenparkett machen. Der verschuldete Club hat seine Börsenpläne "drei, vier Jahre zurückgestellt" und will zunächst seine finanziellen Verhältnisse klären. Geduld müssen schließlich Anleger haben, die auf die Aktien der Conergy AG setzen wollten, einem Anbieter für Systeme zur Nutzung erneuerbarer Energien. Obwohl Öko-Aktien bei den Anlegern zuletzt zu den Favoriten zählten, wagte Conergy nicht den Schritt an die turbulente Börse.

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