Wirtschaft : Nortel: Unternehmen muss noch mehr Mitarbeiter entlassen

Der weltweit führende Hersteller von Glasfaserausrüstung für die Telekombranche, Nortel Networks, will bis Mitte dieses Jahres insgesamt 20 000 Stellen streichen. Dies teilte die Gesellschaft am Donnerstag nach Börsenschluss mit. Das sind rund 21 Prozent der Gesamtbelegschaft. Ursprünglich wollte Nortel "nur" 15 000 Mitarbeiter nach Hause schicken, doch hat das Unternehmen jetzt die Entlassungsaktion ausgeweitet.

Nortel gab außerdem bekannt, im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres sei vor Einmalkosten ein Verlust von 385 Millionen Dollar oder zwölf Cents je Aktie verbucht worden, verglichen mit einem Gewinn von 347 Millionen Dollar oder zwölf Cents je Aktie im Vorjahr. Analysten hatten im Schnitt mit einem Verlust je Aktie in dieser Höhe gerechnet. Der Umsatz ging leicht auf 6,18 Milliarden Dollar zurück, gegenüber 6,32 Milliarden Dollar im ersten Quartal 2000. Nach Angaben des Unternehmens wirkten sich die schwerwiegende US-Konjunkturabschwächung und die engen Kapitalmärkte aus. Nortel leidet wie andere Telekom- und Netzwerkausrüster unter der Zurückhaltung der Telefongesellschaften, der in Defensivstellung befindlichen Unternehmenskunden und den Internet-Firmen.

David Heger, Analyst bei A.G. Edwards and Sons, sagte zu den geplanten Stellenstreichungen, Nortel habe ursprünglich nur von 15 000 Arbeitsplätzen gesprochen. Das zeige, dass Nortel die Dinge sehr negativ einstufe. Paul Sagawa, Analyst bei Sanford C. Bernstein, merkte an, er sei überrascht gewesen, dass Nortel keinen Ausblick vorgelegt habe. "Ich glaube nicht, dass sie (Nortel) eine Idee haben, wann sie da wieder raus kommen, meiner Einschätzung nach wird es länger als ein Jahr dauern", wagte Sagawa eine pessimistischen Ausblick.

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