Wirtschaft : Notenbanken an der Grenze der Belastbarkeit

Frankfurt am Main/Basel - Die wegen der Finanz- und Schuldenkrise seit fünf Jahren massiv engagierten Zentralbanken sind nach Ansicht der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) bald an den Grenzen ihrer Belastbarkeit angekommen. Da in vielen Volkswirtschaften hohe Arbeitslosigkeit und schwaches Wirtschaftswachstum herrschten, scheine es zwar „naheliegend und unvermeidlich“, dass Fed, EZB & Co. ihre Politik des billigen Geldes noch für eine Weile fortsetzen müssen. „Die Gefahr, die Geldpolitik zu überlasten, nimmt jedoch zu“, warnt die BIZ in ihrem am Sonntag veröffentlichten Jahresbericht, in dem sie unter anderem für eine Bankenunion im Euro-Raum plädiert – mit strengerer Regulierung und Einlagensicherung.

Durch die Menge des nach Zinssenkungen und Liquiditätsspritzen weltweit zirkulierenden Kapitals wachse das Risiko neuer Krisen – unter anderem verursacht durch Preisblasen an den Finanz- und Immobilienmärkten. Zugleich berge der Ankauf von Anleihen Risiken: „Die von den Zentralbanken gehaltenen Aktiva haben sich in den letzten vier Jahren mehr als verdoppelt und erreichten Ende 2011 rund 18 Billionen Dollar“, schreibt die BIZ. Dies führte zu Kapitalflüssen aus Industrie- in Schwellenländer mit schädlichen Nebenwirkungen für deren Exporte. rtr

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