Wirtschaft : Notfall Krankenhaus: Patientennah und kundenorientiert

Regina Köthe

Das Gesundheitswesen hat gute Chancen, zu einer Zukunftsbranche zu werden. Trotz des Personalabbaus in Krankenhäusern liegt das Beschäftigungswachstum im Gesundheitssektor in den letzten 15 Jahren bei über 60 Prozent. Heilen, pflegen und betreuen waren die klassischen Aufgaben von Mitarbeitern in Krankenhäusern. Doch die Berufsprofile in Kliniken und Heimen verändern sich. Zahlreiche Hochschulen haben Pflegestudiengänge eingerichtet, damit die Mitarbeiter und Führungskräfte den Anforderungen standhalten können.

Personalabbau im Pflegebereich, zunehmender Kostendruck und die steigende Konkurrenz unter Pflegeinrichtungen zwingen Kliniken zu harter betriebswirtschaftlicher Kalkulation - und zur Suche nach geeigneten Fachkräften. Managementmethoden halten Einzug in Krankenhäuser und neue Berufe wie Gesundheitsmanager oder Gesundheitswirt entstehen. Die Fortbildungen und Studiengänge der Fachrichtung Gesundheitsmanagement bieten sowohl für das Pflegepersonal, als auch für Ärzte neue Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten.

Was sind die Kompetenzen von Gesundheitsmanagern? Sie sollen bereits Erfahrung im Pflegebereich oder Medizin studiert haben, zusätzlich Kenntnisse der Verwaltung und des Gesundheitswesens besitzen und schließlich auch noch betriebswirtschaftlich denken können. Mit den bundesweit neu eingerichteten Studiengängen und berufsbegleitenden Fortbildungen kommt man den neuen Berufsprofilen ein Stück näher. Gesundheitsmanager arbeiten in Krankenhäusern und Heimen im Bereich Qualitätssicherung und sollen das Verhältnis von Leistung und Wirtschaftlichkeit optimieren.

In Bielefeld dauert das Fernstudium zum Gesundheitsmanager zum Beispiel vier Semester. Die Studierenden bekommen eine breite Grundlage in Gesundheitswissenschaften / Public Health und Betriebswirtschaft, erläutert Paul Wolters, Leiter des Fernstudiengangs.

Der postgraduale Studiengang Gesundheitswissenschaften/Public Health an der Technischen Universität Berlin ist ein Weiterbildungsangebot für Hochschulabsolventen unterschiedlicher Fachrichtungen. Die Nachprofessionalisierung von Pflegepersonal und Therapeuten ist wiederum das Ziel des Studiengangs Pflegemanagement an der Alice Salomon Fachhochschule in Berlin. Die Studierenden werden auf die Leitung von Pflegeheimen oder Sozialstationen und die Pflegedienstleitung in Kliniken vorbereitet. Die Arbeit am Patienten soll "patientennah" und "kundenorientiert" sein. Keine leichte Aufgabe für Kliniken und Pflegeheime, in denen oft noch ein hierarchischer Führungsstil und ausgeprägtes Standesdenken herrschen. Doch es gibt vielerorts positive Ansätze, meint Sibylle Niemeyer, Managementtrainerin im Gesundheitsbereich. Einen kooperativen Führungsstil, der mehr Teamarbeit zwischen Ärzten, Pflegern und Thearapeuten ermöglicht, hält sie für zukunftsweisend. Flexiblere Arbeitsstrukturen und neue Modelle bei der Versorgung von Kranken und alten Menschen sind dringend nötig, um den Anforderungen an das Gesundheitswesen im 21. Jahrhundert gerecht zu werden.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben