Wirtschaft : Notleidende Immobilienfonds (Beispiel 2)

am/val

Im April 1998 stellte die HAT Hanseatische Anlage Treuhand Secura Vermögensberatungsgesellschaft mbH & Co., Hamburg, Konkursantrag.

Nachdem Fondsimmobilien teilweise leer standen und die erwarteten Mieten nicht erzielt wurden, sprengten die Garantiezahlungen die Finanzkraft des Anbieters Geschlossener Immobilienfonds. Zeichner der HAT-Fonds erzielten Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung und finanzierten konzeptionsbedingt ihre Einlagen fast immer über Kredite.

Als notleidend bezeichnet Dieter Kornblum, Geschäftsführer der Interessengemeinschaften (IG) der HAT-Fonds Gesellschafter, die Fonds-Nummern 40 bis 59. Einzige Ausnahmen seien die Nummern 41 und 56. Die IG vertritt rund 5 000 Anleger und strebt mit Hilfe des Münchener Rechtsanwalts Claus Hermuth Vergleiche mit den Banken an, die seinerzeit Fondsanteile als HAT-Partner finanzierten. Bei den betreffenden Banken handelt es sich nach Auskunft von Kornblum um die Hamburgische Landesbank, die Société Générale, die Commerzbank, ein inzwischen in der Berliner Volksbank aufgegangenes Institut und in einem Fall die Allbank.

Zwischen den Mitgliedern der Interessengemeinschaften und der Hamburgischen Landesbank kam bereits ein Vergleich zustande. Er sieht einen Schuldennachlass von 30 Prozent auf die Restschuld zum 1. Juli 1999 vor. Außerdem sollen die Zinssätze von diesem Zeitpunkt an für die darauffolgenden zehn Jahre auf 4,95 Prozent reduziert werden.

Dem Dortmunder Rechtsanwalt Hans-Ulrich Feck geht dieser Vergleich nicht weit genug. Er möchte für seine Mandanten noch mehr herausholen. Der Vergleich entlaste zwar im Augenblick. Doch da die Mieteinnahmen weiterhin zu gering seien, sei das Kapital der Anleger in Gefahr, argumentiert er.

Während Hermuth und Feck Schadenersatz von den Banken verlangen, versucht Oliver Wulff von der Münchener Sozietät Weiss, Walter, Fischer-Zermin die Vermittler und Beteiligungstreuhänder in Regress zu nehmen. Seine Mandanten hatten ihre Anteile über ihre Hausbanken finanziert. Treuhänderin der HAT-Fonds war die Dr. Jehl Treuhand- und Steuerberatungsgesellschaft mbH in München. Rechtsnachfolgerin ist die IVC Steuerberatungsgesellschaft mbH.

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