Wirtschaft : Novartis bereitet Rückzug bei Aventis vor

Paris bekräftigt seine Ablehnung einer Fusion mit den Schweizern

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Paris (ali). Der Schweizer Pharmariese Novartis bereitet seinen Rückzug aus der Schlacht um den Wettbewerber Aventis vor. Wenn sich der politische Horizont nicht kläre, „ist es sehr wenig wahrscheinlich, dass wir uns in dieses große Abenteuer stürzen werden“ sagte NovartisChef Daniel Vasella in einem Zeitungsinterview. Gleichzeitig bekräftigte Vasella aber auch, dass eine Fusion von Aventis und Novartis „im Sinne der Aktionäre und Arbeitnehmer von Aventis“ wäre. Denn bei dieser Fusions-Variante würden weniger Stellen wegfallen als bei einer Übernahme von Aventis durch Sanofi-Synthélabo. „Die Regierung muss sich entscheiden, ob sie eine protektionistische Haltung einnimmt oder ob sie ihre Prioritäten setzt auf Investitionen in Frankreich und auf Erhaltung von Arbeitsplätzen“, sagte Vasella.

Aventis schweigt

Die französische Regierung hat allerdings mehrmals deutlich gemacht, dass sie eine Übernahme von Aventis durch Novartis nicht wünscht und gegebenenfalls dagegen vorgehen wird. Erst am Mittwoch sagte Frankreichs Wirtschaftsminister Francis Mer: „Dem Staat steht jetzt und in Zukunft eine bestimmte Zahl an Aktions-Mitteln zur Verfügung, nicht nur in den als strategisch bekannten Sektoren." Zuvor hatte die Zeitung „Le Figaro“ einen engen Berater des Premierministers Jean-Pierre Raffarin zitiert, dem zufolge die Regierung „alles tun wird“, um ein Zusammengehen von Aventis und Novartis zu verhindern. Die ablehnende Haltung begründete vergangene Woche Regierungschef Raffarin damit, dass Frankreich Zugang zum Impfstoff-Know-How behalten müsse im Kampf gegen Bioterrorismus. Offenbar fürchtet die Regierung ein Abziehen an Forschungskapazitäten, sollte Aventis von Novartis geschluckt werden.

Aventis wollte sich nicht zu dem möglichen Rückzug von Novartis äußern. Dem Vernehmen nach will sich der Aufsichtsrat auf seiner kommenden Sitzung am 2. April mit diesen Vorschlägen beschäftigen. Aventis-Kreise betonten, dass Novartis-Chef Vasella noch nicht endgültig die Tür zugeschlagen habe. Vielmehr werden seine Äußerungen dahin gehend gedeutet, dass er den Druck auf die Regierung erhöhen will, sich aus dem Übernahmekampf rauszuhalten.

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