Wirtschaft : Novartis muss Frauen entschädigen Konzern soll Angestellte diskriminiert haben

New York - Der Schweizer Pharmakonzern Novartis ist von einem Gericht in New York wegen der Diskriminierung weiblicher Beschäftigter schuldig gesprochen worden. Den zwölf Frauen wurden von den Geschworenen insgesamt 3,3 Millionen Dollar Schadenersatz zugesprochen. Novartis soll die Frauen bei Beförderungen übergangen haben, für gleiche Arbeit nicht den gleichen Lohn gezahlt und Schwangere benachteiligt haben, heißt es in dem Urteil. Dem Pharmakonzern drohen nun weitere Strafzahlungen: Die zwölf Frauen sind Teil einer Gruppe von 5600 Beschäftigten, die Novartis 2004 in einer Sammelklage auf Schadenersatz inklusive Lohnausfällen und entgangener Boni in Höhe von 200 Millionen Dollar verklagt haben.

Novartis erwägt, Berufung dagegen einzulegen. Das Unternehmen habe sich stets bemüht, ein alle Belange berücksichtigendes Arbeitsklima zu schaffen, dass die Karrierepläne aller Angestellten unterstütze, sagte eine Sprecherin am Dienstag. Die Anwälte des Konzerns hatten die Vorwürfe der überwiegend im Verkauf tätigen Frauen stets als ungerechtfertigt zurückgewiesen.

Das Urteil sende eine klare Botschaft an Novartis aus, meinte Steven Wittels, der Anwalt einer Klägerin: „Bringen Sie ihr Haus in Ordnung! Ändern Sie ihre Kultur!“ Der Rechtsbeistand einer anderen Klägerin sagte, die Firmenkultur habe der Diskriminierung über Jahre Tür und Tor geöffnet, ohne dass es Kontrollen oder eine klare Führung durch Vorgesetzte gegeben hätte. Eine der Klägerinnen erklärte, ihre Vorgesetzten hätten angefangen, ihre Arbeit zu kritisieren, nachdem sie einen für den Konzern tätigen Arzt der Vergewaltigung auf einem Betriebsausflug bezichtigt hatte. Zudem hätte ein Vorgesetzter ihr die Schuld für die Tat geben. Das Gericht sprach der Frau einen Schadenersatz von 540 000 Dollar zu. rtr

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