Nürnberger Werk : Erste Annäherung im AEG-Konflikt

Nach wochenlangem Stillstand zeichnen sich in den Verhandlungen über das AEG-Hausgerätewerk in Nürnberg erstmals Fortschritte ab. "Wir haben uns ein Stück aufeinander zu bewegt", sagte der bayerische IG Metall-Chef Werner Neugebauer.

Nürnberg - Nach der sechsten Gesprächsrunde seien viele Fragen aber noch nicht geklärt. Der Chef von Electrolux Europa, Horst Winkler, erklärte, er habe den Eindruck, dass auch die IG Metall an einer Lösung interessiert sei.

Electrolux will das Werk mit 1700 Beschäftigten schließen. Der schwedische Konzern hat für die betroffenen Mitarbeiter bisher Abfindungen und Qualifizierungen im Volumen von rund 100 Millionen Euro angeboten. Die IG Metall fordert das Vierfache. Die Fabrik wird seit einem Monat bestreikt.

"Wir haben uns beide bewegt", unterstrich Winkler. Er nannte die Gespräche "sehr konstruktiv". Der hochrangige Electrolux-Manager saß erstmals selbst am Konferenztisch, nachdem die IG Metall einen gegnerischen Verhandlungsführer "mit Entscheidungskompetenz" gefordert hatte. Winkler zeigte sich zufrieden, "dass wir die Themen jetzt inhaltlich angehen". Es gebe jedoch noch große Hürden. So sei die Ausgestaltung der geplanten Beschäftigungsgesellschaft eine "sehr schwierige Frage". Es komme nun darauf an, Brücken zu bauen.

Die Verhandlungen sollen an diesem Dienstag fortgesetzt werden. Neugebauer sagte, er hoffe, "dass wir die Trippelschritte dann verbreitern". Der Konzern habe sich etwas bewegt. In den entscheidenden Fragen der Beschäftigungsgesellschaft sowie der Höhe der Abfindungen sei man aber noch immer "meilenweit auseinander". Vor dem AEG-Werk bekundeten am Montagnachmittag mehr als 4000 Beschäftigte des öffentlichen Dienstes ihre Solidarität mit den seit einem Monat streikenden AEG-Arbeitern.

IG Metall und Electrolux hatten sich in der vergangenen Woche darauf verständigt, vorrangig über das AEG-Stammwerk zu verhandeln. Die Suche nach Lösungen für die vier ausgegründeten Servicegesellschaften Logistik, Ersatzteile, Kundendienst und Vertrieb wurde zurückgestellt. Dabei geht es um die Rückkehr zur Tarifbindung der Metallindustrie. Die AEG-Logistik wird seit dem 27. Januar bestreikt. (tso/dpa)

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