Wirtschaft : Nullrunde auch für VW-Manager Tarifkompromiss abgesegnet/Autonachfrage steigt

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Berlin Die Große Tarifkommission der IG Metall hat den Tarifabschluss bei VW abgesegnet. 93 Delegierte aus den sechs westdeutschen VW-Werken stimmten am Freitag in Hannover für den Kompromiss, 15 dagegen. Volkswagen gab derweil bekannt, dass auch das Management in den kommenden zwei Jahren keine Gehaltserhöhung bekommt. Am Mittwoch hatten sich VW und die IG Metall auf eine Nullrunde bis Anfang 2007 geeinigt, dafür sind betriebsbedingte Kündigungen der 103000 Arbeitsplätze bis 2011 ausgeschlossen.

Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, Klaus Volkert, lobte in Wolfsburg die „kooperative Konfliktbewältigung und die besondere Mitbestimmungskultur“ bei VW, die zum weltweiten Erfolg des Unternehmens beigetragen und der Sicherung der Arbeitsplätze gedient habe. Die Belegschaft bei VW habe dieses hohe Gut in Zeiten von „Massenarbeitslosigkeit, Personalabbau und Arbeitsplatzverlagerung“ anerkannt. Deshalb trage sie den Abschluss mit, auch wenn er für Neueinstellungen gegenüber dem „gegenwärtigen Status materielle Veränderungen beinhalte“. Wer bei VW neu eingestellt wird, bekommt mindestens zehn Prozent weniger Geld als die Altbeschäftigten. Dennoch bedeutet das Volkert zufolge nicht den Abschied vom Haustarifvertrag. Wer nach dem VW-Haustarif bezahlt wird, bekommt rund elf Prozent mehr Lohn als bei anderen deutschen Herstellern und sogar 20 Prozent mehr als der Flächentarifvertrag vorsieht.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) meldete unterdessen eine steigende Autonachfrage in Deutschland. Im Oktober seien 281000 Pkw neu zugelassen worden, 4,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der VDA stellte vor allem den Erfolg der von ihm vertretenen deutschen Hersteller heraus, deren Absatz im Oktober um zwölf Prozent stieg, „während die ausländischen Anbieter einen Rückgang um zwölf Prozent hinnehmen mussten“. Von Januar bis Oktober wurden hier zu Lande 2,7 Millionen Autos neu zugelassen, zwei Prozent weniger als vor einem Jahr. Gut 70 Prozent der Pkw stammen von heimischen Hersteller. „Insbesondere die Franzosen“, schreibt der VDA in einer Mitteilung, „haben in diesem Jahr erheblich an Boden verloren“. Beliebt sind die deutschen Marken im Ausland, der Export stieg im bisherigen Jahresverlauf um vier Prozent. alf

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