Wirtschaft : Nun erntet Sachsenring an der Börse

Der ehemalige Trabant-Hersteller hat ein atemberaubendes Wachstum vorgelegt

ZWICKAU (dpa).Das Motto klingt beinahe banal, doch zumindest auf die Börsenpläne der Sachsenring Automobiltechnik AG könnte es zutreffen: "Erst säen, dann ernten".Mit diesem Spruch werden Besucher im glasverkleideten Sachsenring-Vorstandsgebäude in Zwickau auf einem Monitor begrüßt.An der Wiege des DDR-Volkswagens "Trabant" laufen seit Monaten die Vorbereitungen für den Börsengang auf Hochtouren. Am 2.Oktober sollen erstmals am "Neuen Markt" der Frankfurter Börse Aktien des Autozulieferers gehandelt werden.2,33 Mill.Stück beträgt die Neuemission der Wertpapiere im Nennwert von 5 DM.Bis zum Dienstag läuft noch das Bookbuildingverfahren, in dem der Preis ermittelt wird.Die Spanne liegt zwischen 21 und 25 DM. "Wir brauchen den Börsengang, um mit neuem Kapital unser Wachstum fortsetzen zu können", betont Vorstandssprecher Ulf Rittinghaus.Mit seinem Bruder Ernst Wilhelm hatte er Ende 1993 einen Teil des ehemaligen Sachsenring-Werkes von der Treuhandanstalt gekauft.Seit dem ersten Geschäftsjahr 1994 legte der Betrieb ein Wachstumstempo an den Tag, das seinesgleichen sucht.Begonnen wurde mit 285 Mitarbeitern, einem Umsatz von 36 Mill.DM und Verlusten von 25 Mill.DM.1996 wies der erstmals vorgelegte Geschäftsbericht einen Umsatz von 170 Mill.DM aus und einen kleinen Überschuß von 500 000 DM auf.Die Zahl der Beschäftigten soll noch in diesem Jahr auf mehr als 1000 steigen. Rittinghaus verweist auf einen Auftragsbestand von mehr als 1 Mrd.DM, die bis ins Jahr 2004 reichen.Der 96er Umsatz soll sich in nur zwei Jahren verdoppeln.Der Gewinn wird in diesem Jahr 10 Mill.DM vor Steuern betragen, im ersten Halbjahr 1997 lag er schon bei knapp 4,5 Mill.DM.1998 sind 27 Mill.angepeilt, 1999 rund 32 Mill.DM.Eine Dividende von 0,25 DM hat Sachsenring den neuen Aktionären bereits für dieses Jahr in Aussicht gestellt.

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