Wirtschaft : „Nur Chrysler bringt es nicht“

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FERDINAND

DUDENHÖFFER

ist Professor an dem Automobilforschungsinstitut CAR der Fachhochschule Gelsenkirchen.

Foto: promo

Herr Dudenhöffer, ist die Welt AG tot?

Da bin ich mir nicht sicher. Was mit den Anteilen von Daimler-Chrysler an Mitsbushi passiert, ist ja offen. Womöglich will Daimler-Chrysler zusätzlichen Druck auf die japanische Regierung und die übrigen Mitsubishi-Aktionäre ausüben.

Und wenn sich Daimler zurückzieht?

Das wäre der Ausstieg aus der Welt AG. Dann stellt sich aber die Frage, ob Chrysler ohne den Kooperationspartner Mitsubishi lebensfähig ist. Allein wird Chrysler nicht sonderlich ertragreich sein. Auf dem Weltmarkt braucht man Skaleneffekte, also die Verteilung von Kosten auf große Stückzahlen. Ohne Mitsubishi würde Chrysler solche Synergien nicht haben.

Warum hat die Sanierung bei Nissan geklappt und nicht bei Mitsubishi?

Nissan hat einen guten Manager.

Schrempp hat mit Rolf Eckrodt doch vor Jahren auch einen seiner besten Leute nach Tokio geschickt.

Sind Sie sicher? Wie können einem guten Manager so viele faule Kredite auf die Füße fallen wie Mitsubishi in den USA? Der Renault-Manager Carlos Ghosn hat Nissan saniert, indem er Kapazitäten gekürzt und die Modellpalette verschlankt hat.

Also hängt alles an der Spitzenkraft?

Wie wichtig ein hervorragender Manager ist, zeigt das Beispiel Ghosn. Deshalb wird der ja auch nach der erfolgreichen Nissan-Sanierung der nächste Chef von Renault.

Und Schrempp?

Der ist impulsiv und in der Lage, das Steuer knallhart rumzureißen.

Das Gespräch führte Alfons Frese.

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