Wirtschaft : Nur das erste Opfer der UMTS-Auktion

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Von Corinna Visser

... Da sind es nur noch fünf. Im Sommer des Jahres 2000 haben in Mainz sechs Unternehmen für die fantastische Summe von 50 Milliarden Euro Lizenzen für die neue Mobilfunktechnik UMTS ersteigert. Schon damals befürchteten viele Beobachter, dass die Unternehmen dieses Geld niemals wieder verdienen werden. Jetzt gibt der erste Wettbewerber auf: Quam.

Die Entscheidung kommt nicht überraschend. Vor kurzem erst ist der Quam-Chef abgetreten - er hat das Ende kommen sehen: Seine Gesellschafter konnten und wollten den Ausbau des teuren Netzes nicht mehr finanzieren. Quam startete 2001 mit Null Kunden in Deutschland – in einen Markt, in dem bereits mehr als 50 Prozent der Menschen schon ein Handy hatten. Kein sehr aussichtsreiches Unterfangen. Immerhin: Quam hat es auf 200000 Kunden gebracht. Doch der Hauptgesellschafterin, der spanische Telefongesellschaft Telefónica, sind Geduld und das Geld ausgegangen. Keine Experimente mehr im Ausland, haben die Spanier entschieden.

Kaum ein Beobachter hat damit gerechnet, dass alle sechs UMTS-Firmen auch tatsächlich an den Start gehen werden. Und der nächste Wackelkandidat steht auch schon fest: Mobilcom. Großaktionär France Télécom muss Schulden abbauen. Noch ist nicht klar, welche Strategie die Franzosen in Deutschland fahren werden. Klar ist nur: Sie werden die Investitionen so gering wie möglich halten. Übrig bleiben – bis auf weiteres – vier Unternehmen. Für die Überlebenden steigen die Chancen mit jedem Aussteiger.

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