Wirtschaft : Nur die Deutsche Bank empfiehlt Karstadt Die meisten Aktienanalysten sind skeptisch

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Frankfurt am Main Der Kursverfall der Karstadt-Quelle-Aktie hat sich am Montag fortgesetzt. Mit einem Minus von 9,3 Prozent war die Aktie zum Börsenschluss der mit Abstand schwächste Wert im M-Dax. Zwar glaubt das Gros der Analysten, dass mit dem Sanierungsprogramm die Insolvenz verhindert werden kann. Dennoch bleibt die Aktie ein riskantes Investment. Nur eine von 21 Analysten, die das Unternehmen beobachten, rät derzeit zum Kauf. Cora Helmholz von der Deutschen Bank sieht das Kursziel für die Aktie, die am Montagabend 11,50 Euro kostete, bei 20 Euro. Sie glaubt an eine erfolgreiche Sanierung. Die meisten Analysten rechnen aber nicht mit einer schnellen Wende.

Seit 2002 ist der Aktienwert von Europas größtem Versand- und Warenhauskonzern um knapp 70 Prozent gesunken. Nach dem Verschleiß von zwei Vorstandschefs soll nun Christoph Achenbach die Wende gelingen. Die Strategie ist klar: Konzentration auf die Kernbereiche Versandhandel und große Warenhäuser. Die Wachstumstreiber sollen Auslandsaktivitäten und E-Commerce sein. Kaum ein Analyst widerspricht der Notwendigkeit solcher Vorhaben. Die Risiken sind aber enorm. „Ich bin skeptisch, ob der Konzern seine ehrgeizigen Ziele auch erreichen kann“, sagte Barbara Ambrus, Analystin bei der Landesbank Baden-Württemberg. Sie bezweifelt, dass Karstadt-Quelle die 77 Warenhäuser im Paket verkauft. Zwischen Kaufzurückhaltung und Überkapazitäten sei es schwer, die Bekleidungshäuser Sinn Leffers, den Modediscounter Wehmeyer oder die Sportfachgeschäfte Golf House zu verkaufen, ohne hohe Buchverluste hinnehmen zu müssen. Sinn Leffers und Wehmeyer stecken tief in den roten Zahlen. Besser ist dagegen die Lage bei der Sportkette Runners Point. „Die kann sofort verkauft werden“, sagte der Analyst einer deutschen Privatbank.

Die Aktionäre sind im Übrigen vom Sparkurs nicht ausgenommen und müssen in den nächsten zwei Jahren auf ihre Dividende verzichten. Den Kurs könnte zudem eine Kapitalerhöhung über 500 Millionen Euro belasten, die bis Ende des Jahres abgeschlossen sein soll. Anteilseigner wie die Gruppe Madeleine Schickedanz (41,55 Prozent) und die Allianz (10,5 Prozent) haben zwar zugestimmt, entsprechend ihrer Anteile zu zeichnen. Doch dann muss dass Unternehmen immer noch 250 Millionen Euro einsammeln. Anleger sollten abwarten, wie sich die Kapitalerhöhung auf den Kurs auswirkt, raten die meisten Analysten. cpi/HB

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