Nur die Schweiz, Singapur und Finnland sind besser : Deutschland steigt auf

Im globalen Standort-Wettbewerb klettert die Bundesrepublik auf einen der Top-Plätze. Nach einer Studie des World Economic Forum erreicht sie schon Platz vier

Carsten Brönstrup
Ein Mechaniker mit blauem Helm arbeitet an den Schaufeln einer Turbine aus Metall.
Aufsteiger: Deutschlands Wirtschaft kann sich problemlos mit anderen messen - das war vor rund zehn Jahren noch ganz anders.Foto: dpa

Deutschland zählte einer Studie zufolge zu den wettbewerbsfähigsten Volkswirtschaft der Welt. Die Bundesrepublik rückte im jährlichen Standort-Vergleich des Weltwirtschaftsforums (WEF) um zwei Plätze vor und belegt nun Rang vier. Vor Deutschland liegen nur die Schweiz, Singapur und Finnland. Dahinter aber die USA - mit Blick auf deren makroökonomische Stabilität hat das WEF aber "schwere Bedenken" und stufte es in diesem Bereich nur im unteren Mittelfeld ein.

Dem am Mittwoch veröffentlichten “Global Competitiveness Report 2013/14“ zufolge verdankt Deutschland seine gute Platzierung auch der hervorragenden Infrastruktur und seiner Innovationsfähigkeit. Hierfür gäben die deutschen Unternehmen besonders viel Geld aus. "Die deutschen Unternehmen gehören zu den innovativsten der Welt und investieren stark in Forschung und Entwicklung“, schrieben die Experten. Das WEF hält Innovationen für entscheidend. „Die Fähigkeit einer Volkswirtschaft, Wohlstand zu generieren, ist immer stärker von Innovation abhängig“, erklärte WEF-Chef Klaus Schwab. Global werde man bald nicht mehr zwischen Industriestaaten und weniger entwickelten Ländern unterscheiden, sondern stattdessen von innovationsreichen und innovationsarmen Ländern sprechen.

Das WEF hat für den Vergleich 148 Länder und zahlreiche Indikatoren untersucht - vom Bildungs- und Gesundheitssystem über den Arbeitsmarkt bis hin zur Kriminalität oder die Intensität des Wettbewerbs. Außerdem wurden weltweit rund 15000 Manager befragt.

Weniger gute Noten gab es für den deutschen Arbeitsmarkt. “Er ist zu starr“, heißt es. "Die mangelnde Flexibilität in der Lohnpolitik und die hohen Kosten für den Arbeitsplatzabbau behindern die Schaffung neuer Jobs, besonders während konjunktureller Abschwungphasen.“

Europas Problemländer Spanien (35.), Italien (49.), Portugal (51.) und Griechenland (91.) liegen dagegen nach wie vor weit hinter Deutschland. Sogar Länder wie Namibia und Kambodscha schnitten besser ab als Griechenland. Hier müssten ineffiziente Marktstrukturen überwunden, Innovation gefördert und der Finanzierungszugang verbessert werden. Aber auch gut platzierte europäische Länder verloren an Boden - Schweden (6.), die Niederlande (8.) und Großbritannien (10.) büßten mindestens zwei Plätze ein. Die Schweiz dagegen erreichte zum fünften Mal in Folge Platz eins.

3 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben