Wirtschaft : Nur drei Viertel der Hilfsprogramme sind "erfolgreich" - aber noch lange keine Vorzeigeprojekte

Jedes vierte mit deutschem Geld geförderte Entwicklungsprojekt schlug fehl. Aber drei von vier Vorhaben waren noch drei bis fünf Jahre nach Ende der deutschen Hilfe erfolgreich. Das geht aus einer Wirksamkeitsanalyse der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hervor, die sie am Donnerstag gemeinsam mit Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) vorlegte. Untersucht wurden mit 237 Projekten alle weltweit initiierten Programme, die in den Jahren 1996 und 1997 abschließend geprüft wurden.

Die Entwicklungsministerin Wieczorek-Zeul sagte: "Wir wollen eine vorausschauende, moderne Entwicklungszusammenarbeit betreiben. Dazu gehört auch, aus seinen Fehlern zu lernen". Die Erfolgsquote der Kreditanstalt für Wiederaufbau sei mit dem vorgelegten Ergebnis besser als die der Europäischen Union und genau so gut wie die der Weltbank.

Angesichts der deutlich gekürzten Mittel für die Entwicklungshilfe sei bei der direkten bilateralen Zusammenarbeit eine Konzentration auf 50 bis 60 Länder vorgesehen. Dabei würden vor allem diejenigen berücksichtigt, die zu den ärmsten der Welt gehören oder bereits Reformen eingeleitet haben. Es würden außerdem weltweit Staaten unterstützt, deren Unabhängigkeit gefestigt werden müsse oder wo die Hilfe wichtig für Krisen-Vorbeugung sei. Außerdem sollen die Entwicklungs-Institutionen des Bundes, die für finanzielle, technische und wirtschaftliche Hilfen in Entwicklungsländern zuständig sind, noch enger zusammenarbeiten.

KfW-Vorstandsmitglied Rudolf Klein erläuterte, bei der Auswertung der Programme gehe es nicht um bloße Prüfung der ordnungsgemäßen Verwendung der eingesetzten Haushaltsmittel, sondern um eine echte Wirkungsanalyse der Projekte vor Ort. Allerdings bedeute das Attribut "erfolgreich", das von den Prüfern der Programme vergeben wurde, nicht, dass es sich um makellose Vorzeigeprojekte handle. Diese Bezeichnung treffe nur auf 16 Prozent zu. Völlig fehlgeschlagen seien elf Prozent.

Die anderen nicht erfolgreichen Vorhaben hätten zumindest zum Teil Verbesserungen gebracht. Positiver Nebeneffekt der Hilfen für Entwicklungsländer sei wieder ihr Beitrag für die deutsche Wirtschaft: Rund 60 Prozent der eingesetzten Mittel seien als Aufträge für Lieferungen und Leistungen an deutsche Unternehmen geflossen. Die Vergabe sei meist nach internationaler Ausschreibung erfolgt.

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